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Millionen für Bildung und Soziales

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
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Gießen(mö). Die wachsende Stadt Gießen investiert weiter in Bildung und Soziales, und zwar nicht zu knapp. Rund 7,4 Millionen Euro sollen in den nächsten Jahren für ein neues Familienzentrum am Rande der Weststadt und die Aufstockung des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums um eine Mediathek ausgegeben werden. Die Bauvorhaben, die vom Stadtparlament im November genehmigt werden sollen, werden auch die Optik der beiden Bereiche verändern.

Einen großen Schritt für eine bessere Versorgung der Weststadt mit Betreuungsangeboten für Kinder tut die Stadt mit dem Bau des Familienzentrums neben der Grundschule West. In dem architektonisch auffälligen Rundbau sollen in vier Gruppen 70 Plätze für Kinder über und unter drei Jahren geschaffen werden. "Wir haben gerade in Gießen-West eine Unterversorgung mit Betreuungsplätzen", verwies Stadträtin Astrid Eibelshäuser auf entsprechende Statistiken, die die Weststadt als "kinderreichsten Sozialraum" Gießens ausweisen. Die bestehende Platzkapazität von knapp 370 Plätzen decke längst nicht mehr die Nachfrage nach Betreuungsplätzen.

Mit dem Bau des knapp vier Millionen Euro teuren Familienzentrums wird an der Wilhelm-Leuschner-Straße ein großer Bildungs- und Betreuungskomplex quasi abgerundet, denn neben der Grundschule befindet sich dort auch das Jugendzentrum "Holzpalast". Die 70 Betreuungsplätze werden sich auf zwei Gruppen für die über dreijährigen Kinder und zwei Krabbelgruppen für die unter Dreijährigen verteilen. Pädagogischer Schwerpunkt in dem Zentrum wird die Sprachförderung sein. Die Räume in dem Rundbau, der einen für Veranstaltungen geeigneten Innenhof umschließt, ist flexibel gestaltet und ermöglicht die Mitnutzung durch die Eltern. Das Projekt befindet sich bereits im Stadium des Baugenehmigungsverfahrens; Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein, zwei Jahre später soll das Zentrum eröffnet werden. Erfreulich für die Stadt: Aus dem Bund-Länder-Programm "Investitionspakt Sozial Integration im Quartier" winkt ein satter Zuschuss in Höhe von über 3,5 Millionen Euro.

Gymnasium wächst um ein Geschoss

Um Wachstum geht es auch bei dem anderen Millionenprojekt. "Das Landgraf-Ludwigs-Gymnasium hat jetzt schon 1100 Schüler/innen, die Tendenz ist steigend", sagte Schuldezernentin Eibelshäuser in der Pressekonferenz des Magistrats. 3,4 Millionen Euro will die Stadt für die langersehnte Mediathek ausgeben. Die Baumaßnahme wird die Optik des LLG stark verändern, denn die Mediathek soll auf 700 Quadratmetern in einem Geschoss untergebracht werden, das auf das bestehende Vordergebäude D aufgesetzt wird. Der Bedarf ist unbestritten. Die provisorisch eingerichtete Schulbibliothek genüge "nicht im Entferntesten" einem Lernumfeld, in dem Schüler eigenständig recherchieren und forschen sollen, betont der Magistrat.

Auch beim Projekt LLG-Mediathek sind die Planungen weit fortgeschritten, der Magistrat nennt seine Kostenberechnung "fundiert". 1,8 Millionen Euro kommen aus dem Kommunalen Investitionsprogramm, gebaut werden soll in den Jahren 2021 und 2022. Wie bei anderen Projekten auch sah sich die Stadt im Zuge der Ausschreibungen mit erheblichen Baukostensteigerungen konfrontiert. Sie stiegen bei einigen Gewerken um zusammen gut 400 000 Euro.

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