Ab April sollen die geschlossenen Metzgerlauben auf dem Wochenmarkt wieder besetzt sein. FOTO: MAC
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Ab April sollen die geschlossenen Metzgerlauben auf dem Wochenmarkt wieder besetzt sein. FOTO: MAC

Marktlauben

Metzger-Schwund auf Gießener Wochenmarkt

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
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Die Metzger-Lauben auf dem Gießener Wochenmarkt weisen derzeit eine Lücke auf. Die Stadt ist zuversichtlich, bis April Nachfolger für zwei ausgestiegene Anbieter zu finden.

Gießen (mö). Leerstände sind Gift für die, die noch da sind. Was für Fußgängerzonen oder Einkaufszentren wie die Galerie Neustädter Tor gilt, das gilt auch für den Wochenmarkt. Seit geraumer Zeit sind zwei der Metzger-Lauben geschlossen, was der Attraktivität des Marktes nicht nur optisch nicht gerade zuträglich ist. "Vor den anderen Metzgerständen bilden sich samtags Schlangen", berichtet eine Stammkundin.

Ein dauerhaftes Leerstands-Problem droht dem Wochenmarkt aber nicht. Die Stadt hofft, dass die zwei Verkaufsnischen zum 1. April nachbesetzt werden - wieder mit Metzgern wohlgemerkt, wie Stadtsprecherin Claudia Boje sagt. Das wird auch bei bei Eric Döbele, dem Sprecher der Interessengemeinschaft der Wochenmarktbeschicker (IGW), für Erleichterung sorgen: "Alle Beschicker haben ein hohes Interesse daran, dass der Wochenmarkt lebendig und voll ist und keine Lücken entstehen."

Dass die Stadt für die beiden geschlossenen Lauben wohl schnell einen Ersatz finden wird, ist nicht selbstverständlich. In Stadt und Landkreis Gießen gibt es keine 20 selbstständigen Metzgerbetriebe mehr. Zuletzt sorgte die Geschäftsaufgabe des Launsbacher Traditionsunternehmens Schnaut, das eine der geschlossenen Lauben auf dem Wochenmarkt gemietet hatte, für Gesprächsstoff und Bedauern bei der Stammkundschaft.

Dass die Stadt in ihrer Ausschreibung zu Beginn des Monats ausdrücklich "Selbsterzeuger" für die Sortimente Fleisch und Wurst, Obst, Gemüse, Honig und Gartenprodukte gesucht hat, wird von IGW-Sprecher Döbele ausdrücklich begrüßt. Schließlich könnte es sich die Stadt auch einfach machen und aus der Vielzahl der Interessenten, die mit einem Imbiss auf dem Wochenmarkt stehen wollen, Beschicker auswählen. "Wir sind uns mit der Stadt einig, dass der Wochenmarkt kein Street-Food-Festival werden soll, sondern seinen Charakter behält. Was das Essensangebot betrifft, sind wir schon gut aufgestellt", betont Döbele.

Sein Vorgänger Hans-Georg Koch sieht die geschlossenen Verkaufsnischen auch eher jahreszeitlich bedingt. "Als neuer Beschicker eines Wochenmarkts würde ich auch nicht unbedingt im Januar oder Februar anfangen."

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