Menschen und Meer im Fokus

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Gießen(bf). Die aktuelle Ausstellung im Frauenkulturzentrum zeigt wieder eine sehenswerte Auswahl von Arbeiten. Christiane Stock aus Kaufungen. Sie präsentiert drei Werkgruppen, nämlich Menschenporträts, Bilder von Meer und Landschaft und nicht nebenbei abstrakte Arbeiten. Auf der Vernissage herrschte heftiger Andrang, das Interesse an "Menschen und Meer" war erheblich.

Christiane Stock, Jahrgang 1954, stammt aus Göttingen und stellt nicht zum ersten Mal in Gießen aus. Eigentlich wollte sie etwa 1970 eine Ausbildung zur Lithografin machen, aber ein Klassenkamerad schnappte ihr die Stelle weg. Sie studierte in Wiesbaden, "aber was ganz anderes, nämlich Wirtschaft". In diesem Bereich arbeitete sie bei Bildungsträgern, zuletzt leitete sie eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Stock bildete sich kontinuierlich weiter mit dem Besuch der Wetzlarer Freien Malschule, der Kunstklasse Ithes Holz in Gießen, der Atelierkurse von R. Bethmann in Göttingen, der Marburger Sommerakademie und durch Malreisen ins europäische Ausland. Zu den Porträts: "Ich versuche sehr genau zu sein, aber auch mein Gefühl da reinzubringen: wie erlebe ich die?" Stock fotografiert die meisten Motive zunächst, schon mit der Absicht, daraus ein Bild zu gestalten. Die Porträts besitzen im weiteren Sinne einen Hauch von Fotorealismus - mit leichter Unschärfe.

Zu den kleinen abstrakten Bildern sagte sie, dass sie "eine ganze Zeit nur Abstraktion gemacht" habe: "Ich brauche die Abstraktion immer, um mich von den Porträts lösen zu können. In denen bin ich so tief drin und arbeite genau, genau, genau, sodass ich irgendwann überlaufe und es hasse. Dann muss ich in die Freiheit gehen" und eben abstrakt arbeiten. "Und dann kamen die Collagen mit dazu." Ein großer Gewinn für den Betrachter, denn die im Flur hängenden Arbeiten sind von starker Expressivität. Die Porträts und Landschaften sind in Acryl auf Leinwand gemalt, ansonsten auf Papier.

Eher wenig prägnant wirken die Meeresbilder, jedenfalls zunächst. Vergleicht man jedoch die doch sehr beweglich erscheinenden Wellen und den Himmel, ist es vorbei mit der Ruhe. Dort ballen sich die Naturgewalten und die Gefühle. Betrachtet man die abstrakten Collagen, fällt eine ungewöhnliche Kompetenz der Komposition und der Farbdramaturgie auf. Die kleinen Porträts zeigen wiederum deutlich, dass nicht alle Gesichter über eine ungewöhnliche Tiefe verfügen oder eine vom Leben geprägte Ausdruckskraft.

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 25. April im Frauenkulturzentrum (FKZ) zu den üblichen Öffnungszeiten.

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