Mit dem Bus zur Arbeit ins Rathaus: Mehr als die Hälfte der Stadtbediensteten nutzt das Jobticket. FOTO: SCHEPP
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Mit dem Bus zur Arbeit ins Rathaus: Mehr als die Hälfte der Stadtbediensteten nutzt das Jobticket. FOTO: SCHEPP

Bilanz nach zwei Jahren

Die meisten Bediensteten der Stadt Gießen nutzen das Job-Ticket

  • Burkhard Möller
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Die Gießener Oberbürgermeisterin spricht von einem "großen Erfolg":60 Prozent der Mitarbeiter im Stadthaus fahren im ÖPNV-Tarif.

Gießen(mö). Seit knapp zwei Jahren können Mitabeiter der Stadt Gießen das Jobticket nutzen. Bei einem monatlichen Eigenanteil von fünf Euro gilt es im gesamten Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbunds. Mit der Einführung des Tickets wollte der Magistrat einen eigenen Beitrag zur Reduzierung des Autoverkehrs durch Berufspendler leisten. Auf Anfrage des Stadtverordneten Michael Janitzki (Gießener Linken) zog Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (SPD) nun eine positive Bilanz.

"Nach nur einem Jahr Laufzeit haben bis Ende 2019 rund 60 Prozent aller Anspruchsberechtigten das Jobticket in Anspruch genommen. Der Magistrat wertet dies als überaus großen Erfolg", teilte Grabe-Bolz in einer Stellunngnahme mit. Die hohen Nutzungszahlen bestätigten zugleich die Attraktivität des Busangebots in der Stadt. "Mit Blick auf die angestrebte Klimaneutralität im Jahr 2035 ist das Jobticket ein weiterer Baustein hin zu einer ökologisch-sozialen Verkehrswende", erklärt die OB. Der Magistrat plane, das Ticket gegenüber den Bediensteten weiterhin offensiv zu bewerben.

Denkbar sei auch eine gemeinsame Werbeaktion mit Unterstützung des RMV. "Bereits jetzt werden alle neu eingestellten Beschäftigten auf das Jobticket hingewiesen und erhalten ein Antragsformular. Fast alle neuen Mitarbeiter nehmen das Jobticket ab Arbeitsbeginn in Anspruch", berichtet Grabe-Bolz. Daneben werde der Magistrat zusammen mit Stadtwerken und RMV auch nach der Corona-Pandemie den Öffentlichen Personennahverkehr in und um Gießen fördern. Dadurch könne der Anreiz für die Nutzung des Jobtickets weiter gesteigert werden.

Laut Grabe-Bolz hatten bis zum 30. September 2019 661 Beschäftigte das Ticket in Anspruch genommen, am 31. Dezember des Vorjahres seien es 743 und am 30. Juni 2020 739 Beschäftigte gewesen. Berechtigt waren Anfang 2020 nach Auskunft der OB 1273 Beschäftigte. Im Jahr 2019 entstanden der Stadt "Kosten in Höhe von 207 151, 70 Euro, und es wurden 40 115 Euro an Einnahmen erzielt", erläuterte die Rathauschefin.

Janitzki wollte ferner wissen, wie viele Beschäftigte der Stadtverwaltung in und außerhalb der Stadt wohnen. "Von den zurzeit circa 1310 Anspruchsberechtigten im Oktober 2020 haben 482 Beschäftigte ihren Wohnsitz im Stadtgebiet und 882 Beschäftigte außerhalb von Gießen", antwortet die Rathauschefin. Im Januar 2018 und im Januar 2020 hätten jeweils 16 Beschäftigte einen Parkplatz in der Tiefgarage des Rathauses gemietet. "Da es sich bei dem Parkhaus in der Roonstraße um ein privates Parkhaus handelt, liegen uns hierzu keine Angaben vor", fügte Grabe-Bolz hinzu.

Zehntausende fahren günstig Bus

Die Zahl der Berufs- und Ausbildungspendler, die bei der Nutzung von Bussen und Bahnen in Gießen Sondertarife nutzen können, dürfte sich mittlerweile in einem mittleren fünfstelligen Bereich bewegen. Neben den Jobtickets von Stadt und Kreis gibt es das Landesticket für Beschäftigte des Landes Hessen, das Schülerticket sowie - schon lange - das Semesterticket. Hinzu kommt das Seniorenticket für Menschen ab 65.

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