Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Umsatzeinbußen haben die Friseur-Kette Klier pleite gehen lassen. (Symbolbild)
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Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Umsatzeinbußen haben die Friseur-Kette Klier pleite gehen lassen. (Symbolbild)

Wegen Corona-Pandemie

Filialen in Gießen: Bekannte Friseur-Kette ist insolvent - wie geht es weiter?

  • vonKim Luisa Engel
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Das Friseur-Unternehmen Klier hat Insolvenz angemeldet. Auch in Gießen gibt es mehrere Filialen - wie geht wird es mit den Geschäften der Kette weitergehen?

  • Die Friseur-Kette Klier ist insolvent.
  • Auch in Gießen gibt es drei Filialen des Unternehmens.
  • Die Zukunft der Klier-Läden ist unsicher.

Gießen – Die Corona-Krise hat Friseur-Branchen-Riese Klier in die Knie gezwungen. Zwar dürfen Friseurbetriebe im „Lockdown light“, der seit dem 2. November im Gange ist, geöffnet bleiben, die Nachfrage ist jedoch niedriger als gewohnt.. Auch der Shutdown vom Frühjahr steckt dem Klier-Konzern noch in den Knochen, waren damals doch etliche Geschäfte wochenlang komplett geschlossen gewesen.

Der fehlende Umsatz hat eine der größten Friseur-Ketten Deutschlands pleite gehen lassen, die Überbrückungshilfen konnten die finanziellen Einbußen bei Klier nicht auffangen. Betroffen sein könnten von der Insolvenz auch die drei Filialen in Gießen.

Friseur-Kette Klier: Insolvenzverfahren am Dienstag eröffnet

Das Insolvenzverfahren wurde am gestrigen Dienstag (01.12.2020) vom Amtsgericht am Firmenhauptsitz Wolfsburg eingeleitet. Nun werden die Forderungen der Gläubiger geprüft. Seit Beginn der Corona-Zeit wurde es finanziell immer enger für Klier, da mit anhaltender Pandemie die Nachfrage der Kunden zurückging. Haare schneiden, färben und föhnen war zeitweise durch den harten Lockdown von März bis Mitte April unmöglich, danach wurde das Friseurgeschäft durch Hygiene- und Abstandsregeln erschwert.

Um das Unternehmen zu sanieren, wurde Anfang September ein Schutzschirmverfahren beantragt. Währenddessen war das Restvermögen von Klier erst einmal vor Zugriffen von außen geschützt, so konnte die Gruppe weiter nach Lösungen suchen, ohne förmlich Insolvenz anzumelden. Die Geschäftsführung soll weiterhin im Amt bleiben, ihr wurde jedoch ein Sachwalter zugewiesen.

Friseur-Kette Klier: Wie viele Jobs sind in Gießen in Gefahr?

Im kommenden Jahr ist für den 25. Februar eine Gläubigerversammlung einberufen worden. Ein Sprecher der Kette betonte gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa), dass die Prüfung der Finanzlage nun eine weitere „wichtige Etappe“ sei. Die geschäftsführenden Gesellschafter Robert und Michael Klier stehen einem Neustart zuversichtlich gegenüber.

Es ist bisher nicht bekannt, wie viele der etwa 8.500 Jobs bei der Friseur-Kette Klier bedroht sind. Sachverwalter Silvio Höfer wollte sich gegenüber der dpa nicht zu den konkreten Zukunftsplänen der Kette äußern. Das Unternehmen hofft laut dem Nachrichtendienst auf eine „nachhaltige Sanierung“ und Geschäftsführer Michael Melzer bekennt: „Jede Standortschließung tut weh.“ Trotzdem müsse man sich kurzfristig von dauerhaft unrentablen Salons trennen, um die Klier-Gruppe als Ganzes zu erhalten.

Christine Behle, Vizechefin der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, mahnte, dass bei den Verhandlungen die Interessen der Mitarbeiter zu berücksichtigen seien, und warnte zudem vor einer drastischen Reduzierung der Arbeitsplätze. Laut Verdi sind bereits 30 Filialen geschlossen worden. Die Gewerkschaft geht davon aus, dass in Zukunft weitere Schließungen hinzukommen dürften. Die „Bild“ berichtete bereits am Montag, dass bis zu 450 Klier-Filialen dicht gemacht werden sollen. Gegenüber t-online.de teilte ein Sprecher mit: „Da es noch viele Gespräche und Verhandlungen über einzelne Standorte gibt, sind alle Zahlen, die jetzt genannt worden sind, Spekulationen“.

Klier in Gießen: Was passiert mit den Filialen?

Nach eigenen Angaben betreibt Klier die größte Anzahl an Friseur-Salons in Deutschland. Abgesehen von den etwa 1.350 nationalen Filialen, gibt es zahlreiche Standorte im europäischen Ausland, auch Geschäfte wie Essanelle oder Super Cut gehören zur Klier-Gruppe.

In der Stadt Gießen gibt es drei Filialen der Friseur-Kette. Eine im „Karstadt“ in der Einkaufsstraße Seltersweg und die andere im „Westoria Gießen“ in der Gottlieb-Daimler-Straße. Das „Cut & Color“ in der Galerie Neustädter Tor gehört ebenfalls zur Klier-Gruppe. Welche Klier-Friseursalons in Zukunft schließen müssen und ob auch die Filialen in Gießen betroffen sind, bleibt jedoch abzuwarten. (Kim Luisa Engel mit dpa)

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