Mehr Solaranlagen in Gießen

  • Christoph Hoffmann
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Wenn die Sonne scheint, lacht das Herz der Menschen, die eine Solaranlage auf dem Dach haben. In Gießen ist die Zahl dieser Anlagen im vergangenen Jahr stärker gestiegen als im Bundesdurchschnitt. Auch die Stadt selbst setzt auf diese Energiequelle.

Der Sommer ist die Sehnsuchtsjahreszeit der meisten Menschen. Endlich wieder in kurzer Kleidung vor die Tür und die Wärme auf der Haut genießen. In Zeiten einer Pandemie ist der Wunsch nach sonnigem Wetter besonders groß. Dabei gibt es eine Gruppe von Menschen, die die Sonnenstrahlen noch stärker herbeisehnt als andere: Besitzer von Fotovoltaikanlagen. Und im vergangenen Jahr ist die Anzahl dieser Menschen im Stadtgebiet deutlich gewachsen.

778 Anlagen im Stadtgebiet

Zum 31. Dezember 2019 waren in der Stadt Gießen bereits 702 Fotovoltaikanlagen in Betrieb. Sie haben eine Leistung von insgesamt 17,7 Megawatt erzeugt. Damit hätte ganz Wieseck ein Jahr lang mit Strom versorgt werden können. »Im Jahr 2020 sind 76 Fotovoltaikanlagen mit einer Leistung von insgesamt 2,3 Megawatt hinzugekommen«, teilt Evelina Stober mit, die im Rathaus für das Klimaschutzmanagement zuständig ist. Demnach waren in Gießen zum 31. Dezember des vergangenen Jahres 778 Anlagen mit einer Leistung von 20 Megawatt in Betrieb. Ein Zuwachs von 10,83 Prozent. Der durchschnittliche Zuwachs in Deutschland liegt bei 9,9 Prozent.

Neben den vielen Gießener Privatmenschen, die Solaranlagen auf ihren Dächern haben, nutzt auch die Stadt Gießen die Sonne zur Energiegewinnung. Laut Pressesprecherin Claudia Boje betreibt die Kommune zehn Fotovoltaikanlagen. Allein drei Stück sind auf dem Rathaus installiert, andere finden sich zum Beispiel auf Kitas und Schulen. In diesem Jahr sollen drei weitere Anlagen in Betrieb gehen. »Die Einspeisung erfolgt entweder in das eigene Hausnetz, um den aktuellen Stromverbrauch zu mindern, oder in das Netz der Mittelhessen Netz GmbH, um eine entsprechende Rückvergütung zu erhalten«, erklärt Boje.

Teilnahme am »Wattbewerb«

Neben den ökonomischen Aspekten spielen in Gießen auch ökologische Gründe eine bedeutsame Rolle beim Ausbau dieser regenerativen Energiequelle. Das betont Stadträtin und Umweltdezernentin Gerda Weigel-Greilich. »Durch den Beschluss, schon 2035 klimaneutral zu werden, haben wir lokal natürlich ambitionierte Ziele. Das gilt auch für den Fotovoltaik-Zubau.« Da die städtischen Liegenschaften begrenzt sind, ist das Rathaus auf die Bürger angewiesen. Zumal laut dem städtischen »Solarkataster« 60 Prozent aller Gießener Dächer für Solarnutzung geeignet sind.

Weigel-Greilich verweist daher auf die Service- und Finanzierungsleistungen der Stadtwerke. »Dort können sich die Bürgerinnen und Bürger zu Fotovoltaikanlagen und Speicherlösungen beraten lassen. Davon erhoffen wir uns einen kontinuierlichen Zuwachs«, betont die Stadträtin.

Um das Thema weiter in die Öffentlichkeit zu tragen, hat sich die Stadt Gießen zudem entschlossen, an der bundesweiten Städte-Challenge »Wattbewerb« teilzunehmen. Ziel dieses Wettbewerbs ist es, die Fotovoltaik-Leistung je Einwohner zu verdoppeln. Initiiert wurde die Kampagne von der Klimaschutzinitiative »Parents for Future«.

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