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Die Ludwig-Richter-Straße wurde eigentlich für Autos extrabreit angelegt. Nun wird der Platz für Radstreifen mit viel Sicherheitsabstand genutzt.

Mehr Sicherheit für Radler

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Gießen (pm). Früher als geplant, nämlich noch in diesem Jahr soll die Ludwig-Richter-Straße extrabreite Fahrradstreifen erhalten. Das teilt die Stadt Gießen mit. Die Maßnahme werde vorgezogen, weil sich an anderen Stellen Sanierungen verschoben hätten.

Im Radverkehrsentwicklungsplan der Stadt werde die Ludwig-Richter-Straße als eine von zwei wichtigen Querverbindungen zwischen Marburger Straße und Wiesecker Weg/Gießener Straße genannt, die für den Radverkehr besser nutzbar gemacht werden soll. Im Green City Plan war eine durchgehende Radverkehrsführung erst für den Zeitraum 2024 bis 2030 eingeplant.

Platz ist für Schutzstreifen bergauf wie bergab, hat die Überprüfung ergeben. "Dabei wird Wert auf die Sicherheit der Radfahrer gelegt", informiert Bürgermeister Peter Neidel. "Die Anfahrsicht aus den einmündenden Seitenstraßen auf den Radverkehr wird verbessert durch die Verlängerung des Fünf-Meter-Bereichs", in dem nicht geparkt werden darf. Um Unfälle mit unachtsam geöffneten Autotüren zu vermeiden, würden bei der Markierung der "Sicherheitstrennstreifen" neueste wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt: Sie werden breiter als in den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen angesetzt. Auch die bestehenden Schutzstreifen zwischen Gießener Straße und Wingert werden in diesem Sinne angepasst. Außerdem wird die Benutzungspflicht auf dem Stummelradweg aus der Marburger Straße kommend aufgehoben. Radfahrer können so auf der Straße oder im Seitenraum fahren, wie das auch schon in Richtung Marburger Straße gilt. Die Benutzungspflicht der Radwege in der Marburger Straße bleibt bestehen.

Barrierefreier Überweg

Ein weitere Veränderung hat es indes im Aulweg gegeben, der im Radverkehrsentwicklungsplan ebenso als Teil einer wichtigen Fahrradachse genannt wird, deren Qualität anzuheben sei. So werden bergauf Radverkehrsanlagen vorgesehen. Die Stadtverordnetenversammlung hatte 2010 beschlossen, dass verkehrliche Infrastrukturmaßnahmen in die jeweiligen Um- und Ausbauplanungen aufzunehmen und bei allen sonstigen stadtbaulichen Maßnahmen zu berücksichtigen sind. Im Aulweg war es jetzt soweit. Wegen Arbeiten am Leitungsnetz wurde im Zuge einer koordinierten Baumaßnahme mit dem Tiefbauamt der Gehweg auf dem kurzen Stück zwischen Riegelpfad fast bis zur Liebigstraße erneuert. Ein Anlass, um auf der Fahrbahn Platz für einen Schutzstreifen bergauf zu schaffen, indem der Bord zurückgelegt wurde. Die Markierung des Schutzstreifens ist inzwischen erfolgt. "Bergauf sind Radverkehrsanlagen besonders wichtig, da die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen Radverkehr und Kraftfahrzeugverkehr hier besonders groß ist und Radfahrer mehr Platz benötigen. Bergab gleicht sich die Geschwindigkeit eher an. Ist nur Platz für eine Radverkehrsanlage in eine Fahrtrichtung, wird deshalb die Fahrtrichtung bergauf gewählt", sagt Neidel. Weiterhin konnte der Fußgängerüberweg auf Höhe der Liebigstraße erneuert und barrierefrei ausgebaut werden.

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