Die Weiße Schule in Wieseck ist in drei Bauabschnitten fit gemacht worden für gestiegene Schülerzahlen. Unter anderem gibt es dort jetzt einen Mensa-Anbau und eine Dachterrasse. FOTO: SCHEPP
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Die Weiße Schule in Wieseck ist in drei Bauabschnitten fit gemacht worden für gestiegene Schülerzahlen. Unter anderem gibt es dort jetzt einen Mensa-Anbau und eine Dachterrasse. FOTO: SCHEPP

Mehr Raum für mehr Kinder

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Gießen-Wieseck(pm). Wenn Hans Rosenbaum aus dem Fenster seines Büros schaut, blickt der Rektor der Weißen Schule neuerdings direkt auf ein Klettergerüst mit Rutsche und eine Boulderwand. Doch das sind nicht die einzigen Neuerungen an der Wiesecker Grundschule.

Weil der Stadtteil Wieseck seit Beginn der 1990er Jahre kräftig wächst, haben sich auch die Schülerzahlen und damit der Raumbedarf an der Grundschule im Lichtenauer Weg erhöht. Darauf hat die Stadt als Schulträger mit Anbaumaßnahmen reagiert. Die jüngste Erweiterung wurde im Dezember eingeweiht. Kernstück der in drei Bauabschnitte unterteilten Maßnahme ist die neue Mensa, auf deren Dach als Besonderheit eine begehbare Fläche mit Sitzmöglichkeiten als "grünes Klassenzimmer" entstanden ist.

Der erste Spatenstich im September 2018 markierte den Start einer großen Baumaßnahme, an deren Ende ein Ensemble mit Mensa, zeitgemäßem Lehrerzimmer, zwei neuen Klassenräumen und einem neu gestalteten, attraktiven Pausenhof stehen. Die Gesamtkosten liegen bei 2,65 Millionen Euro.

Inzwischen über 230 Schüler

"Trotz sehr begrenzter Flächen ist es gelungen, durch An- und Umbauten dem veränderten Raumbedarf der Weißen Schule gerecht zu werden", fasst Stadträtin Astrid Eibelshäuser die Erweiterungsmaßnahmen zusammen. Durch die Neubaugebiete in Wieseck sind an der Weißen Schule die Schülerzahlen auf über 230 Kinder gestiegen. Zugenommen hat auch der Bedarf an Ganztagsbetreuung. Die Zahl der Teilnehmer am Mittagessen hat sich im Lauf der Jahre von 50 auf 195 Ganztagskinder erhöht.

"Gegessen wurde früher in mehreren Räumen", erinnert sich Rosenbaum. "Wir standen damals vor der Frage, wie wir Ganztagsschule werden können, wenn wir zu wenig Räume, keine adäquaten Möglichkeiten zum Essen und keine Rückzugsorte haben."

Im ersten Bauabschnitt wurde deshalb der 200 Quadratmeter große Mensa-Neubau errichtet. Im neuen Speisesaal können 240 Kinder in zwei Gruppen essen. Eine Ausgabeküche mit Nebenräumen komplettiert den Bau. Der Westflügel des Schulgebäudes wurde in den Obergeschossen um einen weiteren Klassenraum, einen Raum für die Arbeit der Schulsozialarbeit sowie eine Mediathek, die auch als Schülerbücherei genutzt wird, erweitert. "Die Mediathek ist gleichzeitig Rückzugsraum für Kinder zum Lesen, Spielen und Ausruhen", ergänzt Rosenbaum.

Im Erdgeschoss wurde der Westflügel ebenfalls verlängert. Hier gibt es nun ein Büro, das auch als Erste-Hilfe-Raum dient, einen Differenzierungsraum sowie eine Toilette für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.

Die Mensa selbst wird nicht nur zum Essen, sondern auch für leichte gymnastische Angebote, psychomotorisches Turnen in Kleingruppen, die Musical AG sowie von AGs am Nachmittag genutzt.

Grüne Dachterrasse für den Unterricht

Der besondere Clou des Mensa-Neubaus ist die für schulische Zwecke nutzbare Dachterrasse. Auf 130 Quadratmetern bietet sich dort die Möglichkeit, das "grüne Klassenzimmer" zu einem zusätzlichen Raum zu machen oder die Fläche einfach als zusätzlichen Pausenhof zu nutzen.

Unter dem Motto "kreative Planung" verlief auch der zweite Bauabschnitt. Das ehemalige Lehrerzimmer wurde aufgestockt, mit einem angrenzenden Raum zusammengelegt und dadurch größer. Im Erdgeschoss wurde zudem ein Anmelde- und Differenzierungsraum eingerichtet.

Beim dritten und bisher letzten Bauabschnitt stand der historische Altbau im Fokus. Durch die Zusammenlegung von Räumen wurden im Dachgeschoss zwei große, ansprechende Klassensäle geschaffen. Der Außenbereich bietet den Grundschülern außer den neuen Spielgeräten einen "naturnahen Spielbereich zwischen den Bäumen, auf dem sich alle Kinder gerne aufhalten", berichtet Rosenbaum. Für 2021 sind noch die Fertigstellung eines neuen Computerraums und für das Jahr darauf ein neuer Aufzug zur Gewährleistung der Barrierefreiheit sowie die Sanierung der WC-Anlagen geplant.

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