Für den Prüfungsbetrieb mit strengen Hygieneregeln hat die THM auch die Gießener Kongresshalle genutzt. FOTO: PM
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Für den Prüfungsbetrieb mit strengen Hygieneregeln hat die THM auch die Gießener Kongresshalle genutzt. FOTO: PM

Mehr als nur Notlösungen

  • vonred Redaktion
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Gießen(pm). Nach zwei Prüfungsphasen unter den aktuellen Ausnahmebedingungen zieht das Präsidium der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) ein positives Corona-Fazit. Den Härtetest habe man dank des Engagements aller Mitglieder "überzeugend bestanden", sagt Präsident Prof. Dr. Matthias Willems.

"Im Juni standen pandemiebedingt noch Klausuren des vergangenen Wintersemesters an, und in der zweiten Julihälfte haben wir mit dem Prüfungsbetrieb des laufenden Sommersemesters begonnen", sagt Willems. Es sei ein "immenser organisatorischer Aufwand", unter Einhaltung der geltenden Hygienebestimmungen in manchen Fächern für Hunderte von Studierenden die Prüfungsteilnahme in Präsenz zu ermöglichen.

Ihren Betrieb habe die Hochschule in kurzer Zeit so umstellen müssen, dass Lehre, Forschung und Verwaltung den epidemiologischen Anforderungen entsprechend weiterlaufen konnten. "Eine solche Herkulesaufgabe löst man nicht auf Anhieb perfekt. Aber unser Anspruch ist es, aus erkannten Mängeln zu lernen", sagt Willems. "Auf diese Weise konnten wir zunehmend besser mit dem Corona-Semester Nummer eins umgehen."

Schon früh im März sei dem Präsidium klargeworden, dass verantwortliches Handeln in dieser Situation bedeutet, die Infektionsgefahr einzudämmen. Die THM habe dann in Übereinstimmung mit der Landesregierung die nötigen Schritte getan.

So bildete die Hochschule vor dem um einen Monat aufgeschobenen Start des Sommersemesters eine interne Task-Force. Diese beriet fortlaufend über die Entwicklung, stimmte die Reaktionen der THM darauf ab und publizierte auf der Homepage permanent unter der eigenen Rubrik "Corona-Info" Entscheidungen und Empfehlungen. Die Vizepräsidentin für die Lehre, Prof. Dr. Katja Specht, führte regelmäßige Videokonferenzen mit studentischen Interessenvertretungen ein. So soll der Austausch über die Situation und den Umgang gepflegt werden, teilt die THM mit.

Ob Einschränkung des Zugangs zu den Hochschulgebäuden, Hygienemaßnahmen, generelle Umstellung auf Online-Lehre und digitale Serviceangebote oder Wechsel vieler Beschäftigter ins Homeoffice all das habe gut funktioniert, bilanziert der THM-Präsident. Bemerkenswert sei, dass es der THM gelungen sei, nahezu alle Lehrveranstaltungen per Videokonferenz zu übertragen oder aufbereitete Onlinematerialien mit flankierenden Sprechstunden anzubieten.

Selbstverständlich wünsche man sich die baldige Rückkehr zum normalen Campusleben. Doch zugleich werte man die derzeitige Praxis mit Blick darauf aus, welche als Notlösung eingeführten Neuerungen die postpandemische Zukunft der Hochschule bereichern könne. "Besonders auf dem Gebiet des digitalen Lehrens und Lernens haben unsere Fachbereiche zügig eine derartige Kreativität entfaltet, dass wir testen sollten, wie wir Komponenten davon mit der Lehre in Präsenz kombinieren können", betonte Willems. "Aber auch die Möglichkeiten, die Beschäftigung an der Hochschule durch ausgeweitete Homeoffice-Anteile flexibler zu gestalten, werden wir erwägen."

Corona-Aufschlag

Auch der Start des Wintersemesters wird in Hessen um einen Monat auf Anfang November aufgeschoben. Vorher sollen Studierenden Gelegenheit erhalten, Leistungs- und Prüfungsnachweise des Sommersemesters zu erbringen. An der THM ist man zuversichtlich, dass der erreichte Organisationsgrad den Studenten ermöglichen kann, ihr Studium ohne erheblichen Verzug fortzusetzen oder abzuschließen. Für den Fall von verzögernden Beeinträchtigungen hat das Land eine Verordnung erlassen, die bei der Regelstudienzeit einen Corona-Zuschlag von einem Semester gewährt.

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