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Gut 88 000 "Knöllchen" wurden in Gießen im Vorjahr verteilt.

Mehr Falschparker als Temposünder

Gießen (mö). In Gießen wurden auch im vergangenen Jahr mehr Verwarnungen fürs Falschparken als für zu schnelles Fahren oder andere Verstöße im fließenden Verkehr ausgesprochen. Insgesamt stellte das städtische Ordnungsamt 88 400 "Knöllchen" aus.

Das waren fast 5000 weniger als im Jahr 2014. Die Einnahmen durch Verwarnungsgelder gingen von knapp 1,5 Millionen Euro 2014 auf 1,38 Millionen Euro im vergangenen Jahr zurück. Dies teilt die Stadtverwaltung auf GAZ-Anfrage mit.

Einen klar identifizierbaren Grund für den Rückgang gibt es nicht, sagte Stadtsprecherin Claudia Boje. "Man sollte in die Zahlen nicht zu viel hineininterpretieren. Die Unterschiede zum Vorjahr sind doch gering. Da machen schon ein paar mehr Krankheitstage oder eine Fortbildung etwas aus", erklärte die Pressesprecherin. Dem Ordnungsamt habe im vergangenen Jahr jedenfalls nicht weniger Personal zur Verfügung gestanden als 2014. So lasse der Rückgang an Verwarnungen auch nicht den Schluss zu, dass sich die Verkehrsteilnehmer im vergangenen Jahr in Gießen mehr an die Regeln gehalten haben. "Eine Änderung im Verkehrsverhalten lässt sich aus dieser Statistik nicht ableiten", sagte Boje.

Auf Verstöße im ruhenden Verkehr entfielen im vergangenen Jahr 48 850 Fälle, im fließenden Verkehr waren es 39 550. Von den Falschparkern wurden 771 000 Euro kassiert, auf Temposünder entfielen 610 000 Euro.

Eine spürbare Veränderung und großen Sprung bei den Ordnungswidrigkeiten im Gießener Straßenverkehr hatte es vom Jahr 2013 auf 2014 gegeben. Damals wirkte sich die Aufstellung der "Blitzer" auf der Ostanlage, in Kleinlinden und Rödgen stark aus. Die Temposünden verdreifachten sich fast. Dass es hier jetzt wieder einen leichten Rückgang gibt, könnte also auch etwas damit zu tun haben, dass sich Autofahrer, die regelmäßig diese Strecken befahren, an die "Radarfallen" gewöhnt haben und langsamer unterwegs sind. Beim ruhenden Verkehr liegt das Parken ohne Parkschein stets an der Spitze, in den vergangenen beiden Jahren ahndete die Ordnungspolizei in Gießen auch verstärkt das Parken auf dem Gehweg, wie die GAZ mehrfach berichtet hatte.

Augenmerk gilt Thema Sicherheit

Laut Stadtsprecherin Boje gibt es auch keinen Zusammenhang zwischen dem Rückgang an Verkehrsdelikten und Umstrukturierungen im Ordnungsamt. Denn bekanntlich ist aus der städtischen Hilfspolizei mittlerweile eine Ordnungspolizei geworden, die ihr Augenmerk stärker auf Kriminalität und asoziales Verhalten richten soll. In der Debatte um die Probleme am Marktplatz und generell der City gibt es Forderungen aus der Politik, die Ordnungspolizei solle mehr Arbeitszeit mit der Bestreifung der Fußgängerzone als mit Verkehrskontrollen verbringen.

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