Das Mittagessen kann täglich in einer der Ausgabestellen abgeholt werden. FOTO: SCHEPP
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Das Mittagessen kann täglich in einer der Ausgabestellen abgeholt werden. FOTO: SCHEPP

Mobiler Mittagstisch

Mehr als eine Mahlzeit

  • Kays Al-Khanak
    vonKays Al-Khanak
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Der mobile Mittagstisch sorgt auch in Corona-Zeiten dafür, dass benachteiligte Schüler trotz geschlossener Mensen eine warme Mahlzeit am Tag bekommen. Das Angebot ist bis 30. Juni angesetzt.

Gießen(khn). Die Auswirkungen der Corona-Pandemie treffen ohnehin schon benachteiligte Menschen auch in Gießen besonders hart. Es ist zum Beispiel keine Selbstverständlichkeit für manche Kinder und Jugendliche, eine warme Mahlzeit am Tag zu haben. Deshalb bieten Stadt und die Gießen@Schule gGmbH seit Anfang Mai einen mobilen Mittagstisch für Schüler und Kita-Kinder an. Nun ziehen die Beteiligten eine erste Zwischenbilanz.

Schule ist mehr als ein Lernort. Es geht auch darum, Kontakt zu Kindern und Jugendlichen sowie deren Eltern zu halten, die sozial benachteiligt sind. In diesem Zusammenhang war der Unterricht von zu Hause aus keine einfache Zeit - nicht nur für diese Familien, sondern auch für Lehrkräfte und Sozialarbeiter. Ein Baustein, um den Kontakt wieder zu intensivieren, ist der mobile Mittagstisch. Bereits seit vier Wochen können Kita- und Schulkinder, die Leistungen für Bildung und Teilhabe beziehen und damit Anspruch auf die Finanzierung des Mittagessens in der Schule haben, im Rahmen des Projektes ihr Mittagessen erhalten.

Vorerst bis 30. Juni

Ausgabestellen sind das Nordstadtzentrum, das Wilhelm-Liebknecht-Haus in der Weststadt sowie die evangelische Thomasgemeinde und die evangelische Michaelsgemeinde Wieseck. "Wir wollen gerade einkommensschwache Familien, die besondere Härten während der Corona-Pandemie erfahren, nicht alleinlassen und entlasten", sagt Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser. Kinder und Jugendliche, die nicht in der Schulmensa essen können, weil das Ganztagsangebot der Schulen noch nicht möglich ist, können zunächst befristet bis zum 30. Juni das Mittagessen bei einer der Ausgabestellen abholen.

Kooperationspartner des Projekts "Mobiler Mittagstisch" sind das Diakonische Werk, das Jugendzentrum Holzwurm, der Nordstadtverein und die Thomas- sowie die Michaelsgemeinde. "Dabei ist der Kontakt mit dem pädagogischen Personal der Träger und den Fachkräften der Schulsozialarbeit auch bedeutsam für die Kinder", sagt Ralf Volgmann. Er ist Geschäftsführer von Gießen@Schule, die die Sozialarbeit an Gießener Schulen verantwortet.

Zuvor, sagt Volgmann, seien alle 380 Eltern mit Anspruch auf die Leistungen angerufen worden. Etwa 60 hätten Interesse signalisiert, das Mittagessen täglich in einer der Ausgabestellen abzuholen. "Es gibt nicht wenige Familien, bei denen die Haushaltskasse sowieso schon knapp ist", sagt er, "deshalb werden auch die Geschwisterkinder mitversorgt." Beim Abholen des Essens würden die Sozialarbeiter mit den Eltern oder deren Kindern sprechen und fragen, wie es zu Hause läuft. Denn je länger der Ausnahmezustand dauere, sagt Volgmann, desto schwerer werde es, den Kontakt zu manchen Familien aufrechtzuerhalten. Der mobile Mittagstisch stellt damit ein kleines, aber zentrales Puzzleteil dar, um diesem Umstand entgegenzuwirken.

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