Mehr Betrieb im früheren US-Depot

Gießen (mö). Die Belegung der Hessischen Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge (HEAE) im früheren US-Depot wird in nächster Zeit wohl wieder etwas ansteigen. Grund ist die Inbetriebnahme einer "Bearbeitungsstraße", die das Land Hessen und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) an der Rödgener Straße betreiben.

Dort werden nun tausende Flüchtlinge, die seit Monaten auf ihre Anhörung warten, endlich ihren Asylantrag beim BAMF stellen können.

Zu diesem Zweck transportiert die HEAE aus ganz Hessen Asylbewerber nach Gießen. Lange werden sie sich hier aber nach Aussage des Gießener Regierungspräsidiums nicht aufhalten. Sprecherin Ina Velte spricht von ein bis drei Tagen, die für das Prozedere benötigt würden. Dann würden die Flüchtlinge wieder in die Landkreise und Kommunen zurückgebracht.

Laut Velte können täglich bis zu 485 Antragsteller in dem Zentrum, das im Mai vom BAMF-Chef Frank-Jürgen Weise den Medien vorgestellt worden war, in Empfang genommen werden. Velte: "Die Maßnahme erstreckt sich ausschließlich auf Asylbewerber aus Hessen." Neben Gießen nehme derzeit auch das BAMF in Neustadt und - in kleineren Gruppen - Büdingen diese Bearbeitung vor. Die Kosten für die Transporte der Antragsteller zum Bundesamt trägt laut Velte das Land Hessen.

Unabhängig von dem oben genannten Procedere laufe die "normale" Aufnahme im Ankunftszentrum weiter, also die Aufnahme, Registrierung, erkennungsdienstliche Behandlung und ärztliche Untersuchung der täglichen Neuankömmlinge. Der Schwerpunkt dürfte in nächster Zeit indes bei der Aufarbeitung des enormen Rückstaus unerledigter Asylanträge liegen. Laut Geschäftsstatistik des BAMF vom Juli sind bundesweit derzeit fast 530 000 Anträge noch nicht bearbeitet worden.

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