+
Prof. Henning Stürz übergibt den Staffelstab der Medizinsenioren an Prof. Bettina Kemkes-Matthes.

Medizin verständlich machen

  • schließen

Nach elf Jahren zieht sich Prof. Henning Stürz als Organisator der beliebten Seniorenvorlesung der Uni Gießen zurück. Seine Nachfolgerin Prof. Bettina Kemkes-Matthes stellte sich gleich ans Rednerpult.

Staffelübergabe nach über elf Jahren: Der langjährige Organisator der Seniorenvorlesungen an der Justus-Liebig-Universität, Prof. Henning Stürz, ist am Dienstag im Rahmen der Veranstaltungsreihe verabschiedet worden. Seine Nachfolgerin, Prof. Bettina Kemkes-Matthes, gab anschließend ihren Einstand im Großen Hörsaal des Instituts für Anatomie und Zellbiologie. Sie sprach vor zahlreichen Zuhörern über das Thema "Blutverdünnung ohne Risiko?".

Ihren Ursprung hat die Vorlesungsreihe in den 80er Jahren. Prof. Hans Joachim Oehmke hatte die Reihe "Medizin und Alter" ins Leben gerufen. Ab 1989 gab es die Medizinsenioren in ihrer heutigen Form. 2008 übernahm Stürz die Aufgaben als Organisator von seinem Vorgänger Oehmke. Die Vorlesungen zu medizinischen Themen sollen eine Brücke schlagen zwischen Forschung, Lehre sowie Medizin auf der einen und der Gießener Öffentlichkeit auf der anderen Seite.

Immer wieder interessierten sich zahlreiche Zuhörer für die breite Palette der Themen: von Arthrose über Osteoporose bis hin zur Zuckerkrankheit. Im Fokus stehen bis heute Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten, vor allem aber auch die Prävention und mögliche Erleichterungen für die Betroffenen.

Stürzs Aufgabe war es, in jedem Semester einen Themenmix zusammenzustellen, der beim Publikum ankommt und gleichzeitig die moderne Forschungsleistung widerspiegelt. 132 Vorlesungen hat Stürz in seiner Zeit als Organisator auf die Beine gestellt. Als Moderator musste er außerdem immer wieder einschreiten, damit eine Vorlesung nicht zu einer Privatsprechstunde wurde. Denn viele Zuhörer haben eine persönliche Motivation an den Themen - weil sie, Verwandte oder Freunde betroffen sind.

JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee sagte, die von Stürz geleiteten Seniorenvorlesungen "sind ein Best-Practise-Beispiel dafür, wie medizinische Themen einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden". Dekan Prof. Dr. Wolfgang Weidner würdigte die Leistungen des Mediziners aus Sicht des Fachbereichs Medizin: "Professor Stürz hat dazu beigetragen, dass nicht nur medizinisch interessante Themen allgemeinverständlich von Experten diskutiert werden, sondern auch dazu, dass Kontaktängste abgebaut werden konnten."

Stürz, Jahrgang 1943, war ab 1969 an der orthopädischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig, ehe er 1980 an die Medizinische Hochschule Hannover wechselte. Im Jahr 1989 nahm er den Ruf auf die Professur für Orthopädie an der JLU an. Bis 2010 war er Direktor der Klinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare