Marina Frenk (r.) liest und beantwortet Fragen von Christina Hohenemser. FOTO: GL
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Marina Frenk (r.) liest und beantwortet Fragen von Christina Hohenemser. FOTO: GL

Marina Frenk und "Bilder im Kopf"

  • Karola Schepp
    vonKarola Schepp
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Gießen(gl). Um eine "große Sinnsuche", aber sehr individuell, geht es im Debütroman von Marina Frenk. Die Autorin war am Donnerstag zu Gast im ausverkauften Literarischen Zentrum und hatte in dieser Zeitung in einem Vorabinterview bereits ausführlich über sich und das Buch berichtet.

Autofiktional verwebt die Schauspielerin, Musikerin und Autorin die Geschichte ihrer eigenen jüdisch-russischen Familie, die 1993 von Moldawien nach Deutschland kam und in der auch in den Generationen davor Flucht immer wieder eine Rolle spielte, mit dem aus den Fugen geratenen Leben der fiktiven Malerin Kira im Berlin der Gegenwart. Die besondere Konstruktion des Romans, der Wahrheit und Fiktion, erinnerte und recherchierte Vergangenheit, Zeitebenen aus 80 Jahren Fluchtgeschichten, aber auch Träume und Visionen teils in fließenden Übergängen verwebt, war denn auch ein Thema im Gespräch der Autorin mit Moderatorin Christina Hohenemser.

Dank Hohenemsers Fragen und der von Frenk vorgetragenen Passagen aus dem Roman, konnten sich die Zuhörer einen guten Eindruck verschaffen und wurden, wie es ein Teilnehmer treffend formulierte, in den Sog der Geschichte hineingezogen - und das, obwohl die im KiZ neu erprobte Headset-Übertragungstechnik die Akustik zu Beginn empfindlich störte. Autorin Frenk gelang es, die Protagonistin im Buch den Zuhörern näherzubringen. Diese Kira sei nicht wie von manchen Rezensenten vermutet depressiv, sondern eher wütend. Sie sei in ihrem "unruhigen Zustand verloren in vielen Bereichen" und auf der Suche nach dem ganz individuellen Sinn ihres Lebens und nach Zugehörigkeit. "Das beschäftigt einen im Kopf, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen", bekannte Frenk und machte am Ende auf Nachfrage dem Publikum Hoffnung, schon bald einen neuen Roman von ihr lesen zu können: "Gerade heute hatte ich eine Eingebung. Ich glaube, das wird’s", sagte sie, ohne allerdings verraten zu wollen, worum genau es dabei geht.

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