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Linus Volkmann

Der Mann, der Festivals hasst

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Gießen(son). Pop ist tot. Na ja, nicht ganz, aber der Abwärtstrend ist klar erkennbar. Nichtsdestrotz veröffentlichte Musikredakteur und Autor Linus Volkmann sein zehntes Buch mit dem Titel "Sprengt die Charts! Wie werde ich Popstar (und warum)" aus dem er manchmal bei seiner Lesung im taT vorlas. Egal, kurzweilig war es trotzdem. Es ging dem Journalisten nach eigenen Worten auch vielmehr um "Lebenshilfe", als darum, konkrete Anleitungen zum Popstar-Dasein zu liefern. "Die Jugendlichen von heute werden ja sowieso lieber Influencer." Als heutiger Popstar könne man eh nur noch bestehen, wenn man den eventlastigen Zirkus der Festivals mitmache. Erfahrungen damit hat Volkmann zur Genüge gesammelt. Als, bis 2014, festangestellter Musikredakteur war er jahrelang auf Festivals in der Bundesrepublik unterwegs. Sein Resümee: "Ich hasse sie." In Festivals manifestiere sich neoliberaler Eventcharakter und Hipstergebaren.

Zu ertragen seien sie nur im Rausch. "Mir geht es bei Festivals eigentlich nur darum", grinst Volkmann und spricht auch während des Abends seinem Lieblingsgetränk Jägermeister-Cola ordentlich zu. Als ihm zur Pause gar der Kräuterlikör knapp wird, radelt Zuhörer Timo schnell zum nächsten Edeka und besorgt zwei neue Flaschen. "Hier gibt es Locals,die es echt retten", freute sich Volkmann. Auch weiterhin sollte er nicht von seinem Gießener Publikum im Stich gelassen werden, das sichtlich von seinen scharfsinnigen und wortwitzgen Analysen des modernen Eventzirkus angetan war.

Auch die eigenen Kreationen des gebürtigen Südhessen, wurden mutig probiert: "Klosterfrau-Energydrink" und "Doppelherz-Cola". "Gießen, ihr macht mir Mut, hier im Autonomen Zentrum taT", lobte Volkmann, der im zweiten Teil seine schärfsten Musikverisse als Videoclips zeigte. Hier bekamen Cro, Rammstein ("klingt wie Hitler im Ausland"), Sportfreunde Stiller, Revolverheld und natürlich Max Giesinger ("wir sind 80 Melonen") ihr Fett weg. FOTO: SON

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