Manche fliegen auf Kanaren statt nach Ägypten

Gießen (pd). Unruhen in Ägypten, Kampfjets und Plünderungen in der Hauptstadt Kairo. Angesichts der unsicheren Lage in dem Land am Nil haben einige große deutsche Reiseveranstaltern Urlaubern empfohlen, ihre Reisepläne nach Ägypten grundsätzlich zu überdenken. Die Verunsicherung vieler Menschen, die einen Urlaubsflug nach Ägypten geplant oder bereits gebucht haben, ist auch in heimischen Reisebüros zu spüren.

"Gut zu tun" wegen der Unruhen in Ägypten haben die Mitarbeiter von L'Tur. Statt in das arabische Land werden einige Urlauber in den kommenden Tagen nach Teneriffa oder Gran Canaria fliegen. Die Kanaren stehen bei Umbuchungswünschen hoch im Kurs, berichtet Janina Noll. Bis zum 7. Februar sind Umbuchungen und Stornierungen kostenlos möglich.

Auch für das Reisebüro Tank in der Plockstraße schildert Verena Condipodaro etliche Kundenwünsche nach alternativen Reisezielen. Das betrifft nicht nur kurzfristige Termine. "Manche haben schon ihren Osterurlaub umgebucht", so die Inhaberin, die ebenfalls die Kanaren als bevorzugtes Reiseziel nennt. Wer bei längerfristigen Umbuchungen dem ursprünglich gewählten Reiseveranstalter treu bleibt, darf bei den Kosten mit Kulanz und Verständnis rechnen.

"Die Entscheidung liegt im Endeffekt bei den Kunden", sagt Nicole Nemcanin von der Flugbörse und schildert zwei unterschiedliche Fälle, die sie am Montag erlebt hat. Ein Monteur, der eigentlich geschäftlich nach Kairo fliegen wollte, habe seinen Flug abgesagt. Badeurlaub in Hurghada hat dagegen ein Pärchen gebucht, das am heutigen Dienstag tatsächlich in Frankfurt die Maschine nach Ägypten besteigen wird. "Die reinen Touristenorte sind bisher nicht von den Unruhen betroffen", bekräftigt Nemcanin.

Kaum Umbuchungswünsche, dafür aber erhöhten Beratungsbedarf hat man im Karstadt-Reisebüro registriert. Ein Kunde habe für das Frühjahr einen Urlaub in Ägypten gebucht und sich am Montag mit Prospektmaterial für andere Ziele eingedeckt, erklärt Sandra Fleck. So halten es auch viele andere Besucher des Reisebüros, die eine Reise nach Ägypten planen. "Es gibt keine Panik. Die Leute lassen sich beraten und schätzen dann ab, ob sie das Risiko auf sich nehmen wollen", so die Leiterin.

Anfragen von Urlaubern, die sich derzeit an einem ägyptischen Badeort befinden und ihre Ferien frühzeitig beenden wollen, hat übrigens keines der befragten Reisebüros registriert. "Bis jetzt hat sich niemand gemeldet", sagt Janina Noll. Im Zweifelsfall würde man die Rückreise über die Agentur vor Ort organisieren.

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