Silke Janas (r.) und Denise Peter (l.) bleiben in der Malschule auf Sicherheitsabstand. FOTO: PM
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Silke Janas (r.) und Denise Peter (l.) bleiben in der Malschule auf Sicherheitsabstand. FOTO: PM

Malschulunterricht im Internet

  • vonSebastian Schmidt
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Gießen(seg). "Wenn die Kinder hier sind, ist die Atmosphäre im Atelier einfach toll", erzählt die Gründerin der Gießener Malschule Silke Janas. Im Moment steht das Atelier aber leer. Seit 16. März hat die Malschule wegen Corona geschlossen. Janas und Kollegin Denise Peter haben sich aber etwas einfallen lassen und ihre Kurse ins Internet verlegt.

Digitalisierung der Kurse

Normalerweise kommen die Kinder einmal pro Woche zum Malen zu ihnen. Da das aktuell nicht möglich ist, loggen sie sich jetzt auf der Webseite der Malschule ein und bekommen dort das wöchentliche Unterrichtsprogramm präsentiert. "Wir mussten uns damit erst einmal auseinandersetzen, wie wir das digitalisieren können", sagt Janas.

Dabei gab es einiges zu beachten. Zum einen mussten sie sich überlegen, womit die Kinder Zuhause malen können. "Wir benutzen hier Acrylfarben oder Kreide, aber das hat nicht jedes Kind daheim", erklärt sie. Deswegen malen sie in den Online-Kursen mit Wasserfarben und Buntstiften. Die gibt es in fast jedem Haushalt mit Kind. Janas lacht: "Das war erst ungewohnt, aber mittlerweile finde ich Buntstifte richtig cool."

Zum anderen benötigen sie eine Möglichkeit, wie sie den Kindern eine Mal-Technik zeigen und auch Feedback geben können. "Erst dachten wir an Skype, aber bei so vielen Kindern hätte das nur Chaos gegeben", erklärt sie. Deswegen erstellen sie jetzt eine detaillierte bebilderte Anleitung für jede Kursstunde. Die Kinder sehen das Motiv und darunter eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie sie das Bild umsetzten können. Motive sind zum Beispiel ein Marienkäfer auf einem Blatt oder auch ein Aquarium mit Fischen. Wenn die Kinder fertig sind, können sie die Bilder einschicken und bekommen dann Feedback.

Positives Feedback von den Familien

Das haben auch die beiden Frauen für ihren Online-Kurs bekommen. Janas sagt dazu: "Die Eltern und die Kinder sind begeistert, dass wir das anbieten." Die Kunstlehrerinnen wollen den Kindern, die jetzt Zuhause bleiben müssen, mehr bieten als sonst. Deswegen gebe es einmal eine wöchentliche Mal-Challenge. Da sind die Kinder zum Beispiel dazu aufgefordert, den Ausblick aus ihrem Fenster malen. "Das ist natürlich situationsbezogen", fügt Janas an.

Außerdem gibt es auch ein Kunsträtsel. Die Kinder müssen etwa dahinterkommen, wer die drei Männer auf einem Foto sind und können dafür einen Preis gewinnen.

Die Kinder in dieser Zeit beschäftigt zu halten, sei ihnen wichtig. So hätten sie etwa während der Osterferien ausnahmsweise den Kurs weiterlaufen lassen, erzählt Janas.

"Es ist schon komisch, wenn es hier so leer ist", sagt Janas. "Die Kinder fehlen uns sehr." Sie freue sich schon auf die Zeit, wenn sie die Malschule wieder öffnen könne und der Betrieb wieder mehr oder weniger normal weiterlaufe. Dafür haben sie Kunstpädagoginnen auch schon Maßnahmen getroffen: Die Räume wurden so umgestaltet, dass maximal zwei Schüler in einem Raum können und ein kein gemeinsam genutztes Material gibt.

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