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Tag der Arbeit

Mai-Demonstration mit Mundschutz in Gießen

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Während der DGB zum "Tag der Arbeit" coronabedingt nur online demonstrierte, protestierten rund 120 Menschen auf Einladung linker Gruppen live auf dem Gießener Kirchenplatz.

Gießen(csk/mö). Der Deutsche Gewerkschaftsbund sah angesichts der Coronakrise in diesem Jahr keinen Sinn darin, eine Kundgebung und Maifeier abzuhalten. Andere schon. Am späten Freitagvormittag versammelten sich rund 120 Menschen in der Gießener Innenstadt zu einem Demonstrationszug mit einer "Abstandskundgebung" auf dem Kirchenplatz, zu dem linke Gruppen wie die Antifaschistische Basis, die DKP und ihre Jugendorganisation SDAJ aufgerufen hatten. Jeder Teilnehmer trug dabei einen Mund- und Nasenschutz, rote Markierungen auf dem Pflaster sorgten dafür, dass der Mindestabstand eingehalten wurde. Der Demozug schlängelte sich dann in coronakonformen Dreier-Reihen über Walltorstraße und Nordanlage zurück zum Kirchenplatz. Henning Mächerle und Sebastian Kunz stellten die Forderungen vor. Sie reichten von einer Verstaatlichung des Gesundheitswesen über die sofortige Aufnahme von Flüchtlingen aus den Lagern an den EU-Außengrenzen bis zur Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf 100 Prozent, finanziert von den Unternehmen. Kunz machte dabei immer wieder deutlich, dass auch in der Corona-Pandemie alles mit allem zusammenhänge. "Wer von der Krise spricht, darf vom Kapitalismus nicht schweigen", sagte er etwa. Und: "Das Virus ist nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat."

Der Deutsche Gewerkschaftsbund war dagegen in die sozialen Medien ausgewichen. Die "ungehaltene Rede" des mittelhessischen DGB-Vorsitzenden Klaus Zecher war am Dienstag auf dem Kirchenplatz aufgezeichnet worden und wurde am Freitag im Internet ausgestrahlt. Darin bekräftigte Zecher die Forderungen der Gewerkschaften nach besserer Bezahlung und besseren Arbeitsbedingungen. Die "richtige Form der Anerkennung für Systemrelevanz" seien "anständige Tariflöhne" sowie "gute und gerechte Arbeitsbedingungen."

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