Mahnwache

Mahnwache zu Lübcke-Mord auf dem Kirchenplatz

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Zu einer Mahnwache gegen Hass, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit rufen zahlreiche Organisationen am kommenden Samstag, 29. Juni, ab 11 Uhr auf dem Gießener Kirchenplatz auf.

Gießen (jri). Eine Mahnwache gegen Hass, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit wird am kommenden Samstag, 29. Juni, ab 11 Uhr auf dem Kirchenplatz veranstaltet. Hintergrund ist die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, von der Bundesanwaltschaft als politisches Attentat mit rechtsextremem Hintergrund eingestuft. Lübcke habe sich als ein führender Repräsentant des Landes Hessen für demokratische und christliche Werte eingesetzt. "Nach seiner Ermordung ergoss sich eine Welle des Hasses und der Häme über ihn und seine Familie. Dieser Mord erschüttert uns. Die Reaktionen aus dem rechtsextremen Spektrum sind unerträglich. Wir können und wollen nicht so tun, als ob uns das alles nichts angeht", erklären die Veranstalter der Mahnwache in Gießen. Dies sind das Evangelische Dekanat Gießen, die Ausländerbeirate von Stadt und Landkreis Gießen, der Grünen-Kreisverband Gießen, der SPD-Stadtverband, der Gewerkschaftsbund, der GEW Kreisverband, die Grüne Jugend, der Kreisverband der Linken, das Netzwerk für Demokratie und Toleranz Lumdatal, die "Omas gegen Rechts" und andere Initiativen.

"Das war ein feiger Mord und ein Angriff auf unseren Rechtsstaat. Die Hetze und die ideologische Basis für rechtsextreme Gewalt wird im Internet gelegt, das darf so nicht weitergehen. Die Unterstützerliste für die Mahnwache wird noch weiterwachsen", sagt Tim van Slobbe, Vorsitzender des Kreis-Ausländerbeirates. Der 54-Jährige organisiert die Mahnwache federführend zusammen mit Nina Heidt-Sommer (SPD-Stadtverband) und Christian Zuckermann (Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag) organisiert. "Wir fordern eine Aufklärung des Mordes und ein konsequentes staatliches Vorgehen gegen alle rechtsextremistischen und neonazistischen Organisationen", sagt van Slobbe. Als Redner werden unter anderem Kanzleramtschef Helge Braun und Stadtkirchenpfarrer Klaus Weißgerber sprechen.

Hunderte Menschen hatten bereits an einer Mahnwache für Lübcke in dessen Heimatstadt Wolfhagen teilgenommen. Der Dekan des Evangelischen Kirchenkreises, Gernot Gerlach, hatte dabei erklärt, Lübcke sei "als Christ ermordet worden". Es habe ihn ausgezeichnet, "dass er sich mit einer klaren Haltung des christlichen Glaubens politisch eingebracht hat". Grundlage und Orientierung von Lübckes Handeln, auch seines Einsatzes für Geflüchtete, sei ein Zitat von Jesus aus dem Matthäus-Evangelium gewesen: "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan."

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