Macht Musizieren schlau?

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Eine Studie der Universität untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen musischer Betätigung und kognitiver Entwicklung bei Kindern gibt. Im Klartext: Machen Zeichenunterricht und insbesondere das Erlernen eines Instruments schlauer? Knapp 100 Jungen und Mädchen aus Gießen und dem Umland machen mit.

Auf Ulrike Frischen wartet jede Menge Arbeit. Im Rahmen ihrer Dissertation betreut die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung für Entwicklungspsychologie der Justus-Liebig-Universität eine Studie, in der untersucht wird, welchen Einfluss in erster Linie Musik-, aber auch Malunterricht auf die Entwicklung kindlicher Intelligenz haben. Es geht um Intelligenz, die Fähigkeit Probleme selbstständig zu lösen und Konzentrationsfähigkeit.

Im Sommer vergangenen Jahres hatten sich 110 Eltern gemeldet, die ihre Kinder, fast ausschließlich angehende Erstklässler, an der wissenschaftlichen Untersuchung teilnehmen lassen wollten. Voraussetzung war, dass die Kinder zuvor noch keinen Instrumental- oder Zeichenunterricht bekommen hatten. "Aktuell machen noch 95 Kinder mit", berichtet Frischen, die für die Studie mit der kommunalen Musikschule Gießen und der Malschule Kreativraum zusammenarbeitet. Dort konnten die Kindern dieser Tage bei einem kleinen Konzert und einer Ausstellung zeigen, was sie im zurückliegenden Jahr schon alles gelernt hatten.

Von September bis Mai haben die Kinder in drei- bis fünfköpfigen Kleingruppen kostenlos einmal pro Woche jeweils eine Dreiviertelstunde Unterricht in Musik und Malen bekommen. Gitarre, Klavier, Blockflöte, Geige, Trompete und Saxofon konnten die zu Beginn Sechs- bis Siebenjährigen als Leihinstrumente auswählen. Die Zuweisung in die verschiedenen Gruppen erfolgte nach dem Zufallsprinzip. Kinder, die einer Warte-Kontrollgruppe zugeordnet wurden, gehen aber auch nicht leer aus, sondern erhalten Unterricht nach Abschluss der Untersuchungen.

Alle haben profitiert

Das Ergebnis der Studie wird allerdings erst gegen Ende des Jahres vorliegen. Bis dahin durchlaufen die Kinder noch diverse Tests und anschließend müssen die einzelnen Ergebnisse ausgewertet werden. "Das dauert natürlich lange", sagt Frischen. Getestet werde außerdem drei Monate nach Ende des Unterrichts, wie nachhaltig das Erlernte war. Noch ist offen, ob sich am Ende tatsächlich herausstellt, dass Musik- und Zeichenunterricht tatsächlich dazu beitragen, die kognitive Entwicklung der Kinder zu fördern. Aber eine ähnliche Studie aus Kanada hat ergeben, dass Teilnehmer einer Musikgruppe nach dem Training einen größeren Zuwachs an Intelligenzquotients-Punkten aufwiesen im Vergleich zu einer Theatergruppe und zu einer Gruppe ohne Förderung. Die Kinder der Theatergruppe zeigten allerdings nach dem Training ein besseres Sozialverhalten im Vergleich zu den anderen Gruppen.

Doch egal wie die Gießener Studie auch ausgehen mag: Vom Instrumental- und Zeichenunterricht haben die Kinder auf jeden Fall profitiert. "In beiden Gruppe wollen einige auch weitermachen", freut sich Frischen. (Foto: pm)

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