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Andreas Lukoschik alias »Leo« macht die Lahnpartie zum unterhaltsamen Kreuzfahrterlebnis.

Lustige Lahnfahrt mit Leo

  • Karola Schepp
    VonKarola Schepp
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Eine Kreuzfahrt ist eine feine Sache. Welch skurrile Momente Passagiere und Besatzungsmitglieder dabei erleben, darüber hat Andreas Lukoschik gleich zwei Bücher geschrieben. Die präsentierte »Leo«, wie man ihn aus dem TV kennt, nun auf Einladung des LZG - natürlich bei einer Bootsfahrt auf der Lahn.

Wenn einer eine Reise macht, dann hat er viel zu erzählen. Das weiß schon der Volksmund. Und wenn er dann noch wie der Autor und Schauspieler Andreas Lukoschik seine Beobachtungen und Erlebnisse, aber auch die zahllosen Geschichten, die ihm zugetragen worden sind, in launige, wohlgesetzte Worte packen kann, dann ist das Zuhören ein wahres Vergnügen.

Ein solches erlebten nun die Teilnehmer einer Doppel-Lesung, zu der das Literarische Zentrum eingeladen hatte. »Leo« - den etwas Älteren noch von seiner mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Moderation des gleichnamigen TV-Gesellschaftsmagazins in bester Erinnerung und nun als »Loriot der Kreuzfahrt« auf Tour - gab zunächst bei einer Fahrt mit der »Lahnlust« Kostproben aus seinem kleinen »Kreuzfahrt-Abc«. Nach einem »Käpt’ns Dinner« folgte dann im Zelt am Marineverein der Nachschlag.

Die Titel der beiden Lukoschik-Bücher - »Schläft das Personal auch an Bord« und »Ist das Schiff schon mal untergegangen« - zeigten schon, wohin die Reise ging. Denn eine Kreuzfahrt bewegt sich in einem ganz eigenen Kosmos, in dem die Crew wohl nicht nur mit anspruchsvollen Gästen, sondern auch mit allerlei dämlichen Fragen konfrontiert ist.

Auf dem »Achterdeck« kann das Leben groß sein, ist Leo überzeugt und hat genau hingeschaut und hingehört. An den so aufgeschnappten »Juwelen des unfreiwilligen Humors« lässt er seine Leser gerne teilhaben, während »Lahnlust«-Kapitänin Beate Sternstein ihr Schiff zwischen Männer-Badeverein und Lahnfenster pendeln lässt. Die Dame aus dem Rheinland, die den Decksteward mit den Worten, »der Ventilator zieht so« bittet, die Radaranlage auszuschalten; der zum Nörgeln neigende Passagier, der sich im Unterdeck Sorgen macht, ob Meerwasser bei Hochwasser nicht den Blick aus dem Bullauge verdecken könnte; die schwarze Witwe, die nach dem plötzlichen Tod des Gatten beim Abendessen nicht auf den Kaviar verzichten möchte - sie alle lässt »Leo« im Geiste aufleben.

Der »Loriot der Kreuzfahrt«

Natürlich können »First-Time-Cruiser«, aber auch alte Kreuzfahrt-Hasen, noch so manches von dem literarischen Kreuzfahrtprofi lernen. Dass »Backbord« nichts mit einer Bäckerei auf dem Schiff zu tun hat, oder eine »Reiseversicherung« dringend anzuraten ist, erst Recht wenn man beim Bananaboot-Austritt das Gebiss verliert und den Rest der Reise zahnlos absolvieren müsste, gehört zu den vielen Erkenntnissen der unterhaltsamen Lesung. Auch die Tatsache, dass sich Geographieunkundige besser vorab informieren sollten, dass der »Seetag« kein Ausflugsziel für einen Landgang ist und man beim »Tender-Duty« nicht auf einen solchen bestehen sollte, nahmen die köstlich amüsierten Zuhörer zur Kenntnis. Dass die »maritime Alkoholaufnahme« unter Seeleuten Tradition hat, gehörte zu den eher abschreckend wirkenden Beispielen aus dem prallgefüllten »Kreuzfahrt-Abc«. Auch der »Irrglaube« der Seeleute, die den Klabautermann auch heute noch mit einer Spende um Nachsicht bitten, mag so manchen nachdenklich gestimmt haben. Doch spätestens, als »Leo« mit feiner Ironie die kulinarischen Köstlichkeiten auflistete, die Kreuzfahrer kugelrund werden lassen, war auch noch der letzte Kreuzfahrt-Skeptiker überzeugt: »Kreuzfahrten sind wie Kartoffelchips - eine ist nicht genug«. Und Lesungen mit Andreas Lukoschik - das möchte man ergänzen - gehören ebenfalls zu den Dingen, bei denen man gerne einen Nachschlag nimmt.

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