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Erste Informationen zur Aktion "Lützellinden hilft" gibt’s im Schaukasten in der Lindenstraße.

Coronavirus

Lützellinden spannt Schutzschirm gegen Corona

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Auch im westlichsten Gießener Stadtteil hat sich eine Hilfsaktion gegründet, damit im Dorf in der Coronakrise niemand alleingelassen wird.

Gießen(rc). Der Kasten vor dem Bäckerladen in der Lindenstraße, wo sonst unzählige Veranstaltungsplakate hängen, ist in diesen Tagen fast leer. Eine Suchanzeige für ein neues Zuhause einer weißen Katze, ein Werbeplakat einer Krebssportgruppe aus dem Nachbarort und in der Ecke unten ein Hinweis auf ein Treffen, das derzeit nicht stattfindet.

Auch hier ist zu erkennen, dass das öffentliche Leben im westlichen Gießener Stadtteil seit Tagen brach liegt. Wichtig ist der Hinweis in der Mitte des Kastens. Dort informiert die neu und spontan gegründete Initiative "Lützellinden hilft" mit einem Zettel alle Menschen, die gerade Brötchen holen wollen.

"Das Coronavirus fordere unsere Gesellschaft in diesen Tagen in ganz besonderer Weise", heißt es in dem Schreiben, das mittlerweile an alle Haushalte in Lützellinden verteilt wurde. Darin sind nicht nur Regeln gegen die Ausbreitung der Krankheit aufgelistet, sondern auch ein Appell, diese Regeln für die kommenden zwei bis drei Wochen strikt einzuhalten. "Wenn wir die Infektionskette unterbrechen wollen, müssen wir diese Einschränkungen jetzt auf uns nehmen", lautet die eindringliche Bitte.

Die Initiative "Lützellinden hilft" besteht aus Ortsvorsteher Markus Sames, Michael Borke vom VdK Ortsverein, Pfarrer Horst Daniel von der Evangelischen Kirche, Reiner Arnold (CVJM) und Carsten Zörb (Evangelische Gemeinschaft). Alle Haushalte sind informiert worden: "Wir wollen ein Netzwerk spannen, um den besonders gefährdeten Menschen in unserem Stadtteil unbürokratische Hilfe anbieten zu können", heißt es zum Hintergrund der Initiative. Gemeinsam mit Helferinnen und Helfern wollen die Initiatoren für Lützellindener in Not Einkäufe oder Medikamente besorgen oder andere notwendigen Hilfen organisieren.

Wer bei dem Hilfsnetzwerk mitmachen möchte, soll sich zunächst per Mail an amsames@t-online.de oder michael.borke@gmx.de Dort laufen die Drähte zusammen, es wird gesichtet, wer mitmachen will und die weitere Vorgehensweise muss abgesprochen werden. Ein separater Telefonanschluss wird geschaltet, dort können sich die Menschen, die Unterstützung brauchen, hinwenden. Die Telefonnummer wird auf einem weiteren Flugblatt veröffentlicht, das in den kommenden Tagen erneut an alle Haushalte zugestellt wird. Auch diese Zeitung wird über den weiteren Stand berichten.

Feuerwehrverein macht mit

Unterstützung angeboten hat spontan der Förderverein Freiwillige Feuerwehr Gießen-Lützellinden. Vereinsmitglieder wollen beim Hilfsnetzwerk mit dabei sein und einen Beitrag für die gute Sache leisten. Ausgenommen sind allerdings die Einsatzkräfte, die angehalten sind, soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, um die Einsatzbereitschaft aufrecht zu erhalten.

Spätestens am kommenden Dienstag wird es weitere Einzelheiten geben, teilte Ortsvorsteher Markus Sames auf GAZ-Anfrage mit. FOTO: RC

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