Protest im freien Feld bei Lützellinden. FOTO: MÖ
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Protest im freien Feld bei Lützellinden. FOTO: MÖ

Lützellinden als "Best-Gewerbefläche"

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
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Gießen-Lützellinden(mö). Wenn es in den Bürgerhäusern der Region um die Planung von Gewerbeflächen oder die Ansiedlung von Logistikunternehmen geht, sind sie mit ihren bunten Plakaten nicht weit. Auch am Donnerstag, wenn im Gießener Rathaus die Regionalversammlung Mittelhessen tagt, wollen Mitglieder der Bürgerinitiative Lützellinden Flagge zeigen.

Von Interesse für die BI ist das Thema "Gewerbeflächenkonzept für die Region Mittelhessen". Das Regionalparlament soll eine Studie des Unternehmens Prognos AG zur Kenntnis nehmen, auf dessen Grundlage Vorranggebiete für Industrie und Gewerbe im neuen Regionalplan Mittelhessen festgelegt werden sollen. Der Gießener Stadtteil ist betroffen, weil die im vergangenen Jahr entstandene Studie den Bereich Lützellinden/Hüttenberg mit bis zu 40 Hektar als eine von 22 möglichen "Best-Flächen für Industrie und Gewerbe in der Region Mittelhessen" vorschlägt.

Gegen die Ausweisung weiterer Gewerbeflächen in ihrer Gemarkung laufen die Lützellindener seit dem vergangenen Sommer freilich Sturm. Auf die Proteste reagierte die Stadtverordnetenversammlung im September mit einem Beschluss, wonach die Stadt Gießen auf die 130 Hektar umfassende Großgewerbefläche Lützellinden gänzlich verzichtet und die Planung für den etwa 30 Hektar großen "Gewerbepark Lützellinden" vorerst nicht weiterverfolgt. Seitdem fordert die BI, dass der Magistrat diesem Beschluss auch Taten folgen lässt, unter anderem auf der Ebene der Regionalversammlung.

Einzige Gießener Vertreterin im Regionalparlament ist Stadträtin Gerda Weigel-Greilich, die dort der Grünen-Fraktion angehört. Mit Hinweis darauf, dass es sich um eine Studie handele, die die Versammlung auch nur zur Kenntnis nehme, dämpfte Weigel-Greilich die Erwartung, dass einzelne Gebietsvorschläge zur Diskussion gestellt werden. Aus Sicht der Grünen sei aber klar, dass man den in der Studie festgestellten zusätzlichen Gewerbeflächenbedarf von bis zu 600 Hektar bis 2030 für Mittelhessen ablehne. Dies sei eine Größenordnung, die auch im Widerspruch zu den Festlegungen der schwarz-grünen Landesregierung zum Flächenverbrauch in Hessen stünden, erklärte Weigel-Greilich.

Eine - aus Lützellindener Sicht - positive Botschaft lässt sich aus der Studie übrigens auch herauslesen. Von der Großfläche, die im aktuellen Regionalplan noch enthalten ist, ist bei Prognos keine Rede.

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