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Prof. Katharina Lorenz ist die neue Vizepräsidentin für Studium und Lehre an der JLU.

Lorenz gewählt, Fiehler nicht

  • Daniel Beise
    VonDaniel Beise
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Gießen (bei). Der Erweiterte Senat der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) hat am Mittwoch die Klassische Archäologin Prof. Dr. Katharina Lorenz zur Ersten Vizepräsidentin mit Ressortzuständigkeit für Studium und Lehre gewählt. Sie erhielt im ersten Wahlgang 20 von 30 abgegebenen Stimmen; es gab drei Enthaltungen und sieben Nein-Stimmen. Lorenz wird am 16.

Dezember die Nachfolge von Prof. Dr. Verena Dolle antreten, die das Vizepräsidentenamt für Studium und Lehre zwei Amtszeiten lang und damit insgesamt sechs Jahre innehatte. Die Amtszeit beträgt drei Jahre.

Nicht so glatt lief indes die Wahl für das Amt der Vizepräsidentin für Forschung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Psychologin Prof. Dr. Katja Fiehler konnte auch im zweiten Wahlgang nicht die erforderlichen 18 Stimmen erreichen. »Das bedauere ich sehr«, kommentierte JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee diese Entscheidung des Erweiterten Senats. Als Einziger berechtigt, Vorschläge für die Posten im JLU-Präsidium zu machen, ist der Wahlausgang durchaus auch ein Rückschlag für Mukherjee. Zumal der Präsident sich für gewöhnlich im Senat verständigt, ob ein Kandidat oder eine Kandidatin überhaupt mehrheitsfähig ist, bevor er offiziell jemanden vorschlägt.

Mukherjee hatte Fiehler am Mittwoch noch als eine »auf der Hand liegende Wahl« angekündigt - »extrem forschungsstark, eng vernetzt und eine interessante fachliche Perspektive«, die sie einbringen werde. Doch seine Fürsprache überzeugte im ersten Wahlgang 17, im zweiten nur 15 Stimmberechtigte. Insofern könnte das Stimmverhalten erneut auch als Denkzettel für den Präsidenten gewertet werden, der bei seiner eigenen Wiederwahl im Dezember 2020 als alleiniger Kandidat auch erst im zweiten Wahlgang erfolgreich war.

Die Zweifel im Erweiterten Senat schienen auch in der öffentlichen Anhörung der Kandidatin durch, nachdem sie für sich geworben hatte. Explizit wurde Fiehler zweimal auf ihre Betonung der Förderung von Spitzenforschung angesprochen; ein junger Doktorand vermisste konkret einen Punkt in der Vorstellung: Die Unterstützung von Studierenden, die als erste aus ihren Familien an eine Hochschule gehen - also allgemein die akademische Welt zugänglicher zu machen. Auch flexiblere Arbeitsmodelle für Frauen mit Kindern warfen Senatsmitglieder als Thema ein.

Der Präsident kann nun einen weiteren Vorschlag für das Amt machen, aus dem der jetzige Träger, Prof. Peter Kämpfer, am 22. November ausscheidet.

Am 16. Dezember tritt indes Lorenz ihr neues Amt an. »Ich bin überzeugt davon, dass Prof. Lorenz mit ihrer hervorragenden fachlichen Expertise im Präsidium neue Impulse setzen wird«, sagte Mukherjee bei der Gratulation.

Informationsfluss verbessern

Die Professorin betonte, dass sie den durch Corona ausgelösten hybriden Lehrbetrieb zwischen analog und virtuell dort langfristig aufbauen wolle, wo es Sinn macht; sie sprach zudem moderne Lehr- und Lernkonzepten beispielsweise mit Einsatz von Virtual oder Augmented Reality an und zeigte sich offen gegenüber weiteren innovativen Formen. Ein Feld betonte sie mehrfach: nämlich den Informationsfluss für alle Hochschulangehörigen transparenter und effektiver zu gestalten - innerhalb der Uni sowie nach außen.

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