Christine Vogel und Yoshio Takayanagi bei ihrem Vortrag in der Petruskirche. FOTO: JOU
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Christine Vogel und Yoshio Takayanagi bei ihrem Vortrag in der Petruskirche. FOTO: JOU

Lohnende Wiederentdeckung

  • vonSascha Jouini
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Gießen(jou). Dass die Musikszene trotz Corona wieder in Schwung kommt, war am Samstag auch in der Petruskirche zu spüren. Immerhin gut 20 Besucher waren zu einem hörenswerten Barock-Konzert erschienen.

Bereichert wurde das Programm durch nachdenkliche Worte: Sprecher Thomas Born vergegenwärtigte, in welchem Maße Unsicherheit Teil unseres Lebens sei - dies werde in der aktuellen Krise deutlich - und zitierte unter anderem einen Zuversicht spendenden Brief von Joachim Gauck an seine Enkelin.

Besonderheit des Programms war, dass Gambistin und Hackbrettspielerin Christine Vogel sowie Lautenist und Gitarrist Yoshio Takayanagi sich teils wenig geläufigen Komponisten widmeten.

Wohl am bekanntesten war Marin Marais, der als zentraler Komponist wie Interpret der französischen Gambenmusik gilt. Bei dessen tänzerischen Variationen "Les Folies d’Espagne" für Gambe und Theorbe verdichtete sich die Bewegung immer mehr, dabei nahm die Tonstärke zu. Die Steigerung vermittelte das Duo lebhaft.

Am meisten zu faszinieren vermochte das feine, silbrige Klangbild des italienischen Hackbretts Salterio, das in einem Adagio von Nicola Antonio Porpora von der wohldosierten Gitarrenbegleitung getragen wurde. Zum genauen Lauschen zwang auch die ebenso dezente wie elegante, mitunter filigrane Gestaltung bei Francesco Corbettas "Caprice de Chaconne" für Gitarre solo.

Inspiriert nahmen die Musiker das aufgeschlossene Auditorium mit in ferne Ausdruckswelten, die wiederzuentdecken lohnend erscheint. Den Kreis schloss am Ende Marais’ "Grand Ballet".

Das zweite Konzert folgt am Samstag, 4. Juli, mit Texten von Cornelius Mann. Natalia Solotych spielt französische Musik für Cembalo. Der Eintritt ist frei, Beginn 20 Uhr.

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