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Ab dem 22. März ist Präsenzunterricht wieder für die Jahrgangsstufen 7 bis 11 erlaubt. Am LLG wehrt sich dagegen das Kollegium.

Gießener Schule

„Nicht zu verantworten“: LLG-Kollegium wehrt sich gegen Präsenzunterricht

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Das Kollegium des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums in Gießen fordert das Kultusministerium auf, seinen Beschluss zurückzunehmen. Dieser erlaubt ab 22. März Präsenzunterricht für die Jahrgangsstufen 7 bis 11.

Gießen – Mit Bedenken, ja letztlich mit Schrecken« hat das Kollegium am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium darauf reagiert, dass in Hessen ab 22. März wieder Präsenzunterricht der Jahrgangsstufen 7 bis 11 zulässig ist. Die Lehrer fordern das Kultusministerium auf, diesen Beschluss zurückzunehmen und in den Schulen die Voraussetzungen zu schaffen, mit hinreichendem Gesundheitsschutz arbeiten und lernen zu können.

Die gesundheitlichen Voraussetzungen für Präsenzunterricht seien nicht gegeben. Die Corona-Fallzahlen befänden sich sogar im exponentiellen Wachstum, eine Inzidenz von über 300 werde für die Osterzeit prognostiziert. Politiker und Intensivmediziner forderten daher sofortige Schulschließungen. Zudem sei eine Impfung noch nicht flächendeckend zugänglich. »In unserem Kollegium ist so gut wie niemand geimpft. Vor dem Hintergrund der höheren Ansteckungsrate, der höheren Sterblichkeit, die mit der britischen Mutationsvariante B1.1.7 einhergeht, und dem exponentiellen Wachstum des Infektionsgeschehens ist eine Rückkehr zum Schulbetrieb in Präsenz aktuell nicht zu verantworten«, heißt es im Schreiben des Kollegiums.

Schulen in Gießen: „Fürsorgepflicht erfüllen!“

Auch nach einem Jahr Pandemie seien die hygienischen Voraussetzungen in der Schule nach wie vor unzureichend, Impfungen für Lehrkräfte der weiterführenden Schulen fehlten und auch die Transportsituation zur Schule sei nicht gelöst. Die Menge der Schüler an Bushaltestellen und in den Bussen führe die Maßnahmen innerhalb der Klassenräume und auf den Pausenhöfen ad absurdum. Für die Testung aller Schüler ab dem 22. März gebe es bisher weder ein Konzept noch Kapazitäten. Feste Lerngruppen könnten im Kurssystem nicht gewährleistet werden.

Zur Senkung des Infektionsrisikos und für ihre eigene Sicherheit tragen das Kollegium und ein Teil der Schüler FFP2-Masken. »Die nach Arbeitsschutzgesetz vorgeschriebenen Atempausen und medizinischen Vorgaben sind aber organisatorisch nicht möglich«, kritisieren die Lehrer. Schutzmaßnahmen wie Luftfilter oder Plexiglasscheiben gebe es nicht. Das Kultusministerium vernachlässige also seine Fürsorgepflicht. Mit dem Präsenzunterricht ab 22. März werde der zurzeit befriedigend laufende Distanzunterricht für sehr wenig Ertrag, konkret einen Unterrichtstag pro Woche, beendet. Das damit einhergehende gesundheitliche Risiko sei nicht zu verantworten.

Gießen: Impfangebot für Schulgemeinde gefordert

Das Kollegium fordert ein Impfangebot für alle Mitglieder der Schulgemeinde, zweimal wöchentliche Tests sowie FFP2-Masken auch für Schüler, ebenso eine Lösung für die Anfahrt der Schüle zur Schule, das Einhalten der Arbeitsschutzverordnungen und das Umsetzen praktischer Schutzmaßnahmen. »Wir fordern also, dass unser Dienstherr seine Fürsorgepflicht erfüllt.«

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