Yan-Tobias Ramb, Prof. Eduard Alter, Prof. Gerd Hamscher und Bürgermeister Peter Neidel (v. l.) präsentieren das Motto: Liebig lebt! 
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Yan-Tobias Ramb, Prof. Eduard Alter, Prof. Gerd Hamscher und Bürgermeister Peter Neidel (v. l.) präsentieren das Motto: Liebig lebt! 

100. Geburtstag

Liebig-Museum heißt nun Liebig-Laboratorium

  • Christoph Hoffmann
    vonChristoph Hoffmann
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Neuer Name, neues Logo, große Imagekampagne und viele Veranstaltungen: Der 100. Geburtstag des Liebig-Museums, pardon, des Liebig-Laboratoriums, umfasst ein volles Programm.

Justus von Liebig war ein brillanter Chemiker. Bis heute prägt sein Wirken den Alltag der Menschen. Zum Beispiel durch die Entdeckung von Chloroform, die Erfindung von Babynahrung oder die Begründung der Mineraldüngung. Kein Wunder, dass Gießen stolz auf seinen berühmtesten Sohn ist. Universität, Straße oder Kneipe tragen seinen Namen. Natürlich gibt es auch das Liebigmuseum am Bahnhof. Die Verantwortlichen sind jedoch der Meinung, dass diese Einrichtung zu wenig Beachtung findet. Das soll sich nun ändern.

Mit einer breit angelegten Kampagne unter dem Motto "Liebig lebt! Gemeinsam zum Weltkulturerbe" soll das vor 100 Jahren gegründete Museum nun in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Wie der Slogan verrät, steckt dahinter vor allem das Ziel, die Einrichtung mit dem begehrten UNESCO-Siegel zu versehen.

Liebig-Plakat auf Facebook und Co.

Der erste Schritt dazu ist ein neuer Name: "Voraussetzung für die Aufnahme als Weltkulturerbe ist eine einzigartige historische Stätte", sagte Yan-Tobias Ramb, Geschäftsführer der für die Kampagne verantwortlichen Marketingagentur one medialis. Ein Museum könne überall auf der Welt stehen, der historischen Hörsaal, in dem Liebig gelehrt hat und das Laboratorium, in dem der Chemiker seine teils bahnbrechenden Entdeckungen machte, sei hingegen ein Alleinstellungsmerkmal Gießens. Daher der neue Name: Liebig-Laboratorium. Passend dazu stellte Ramb auch ein neues Logo vor, in das stilistisch der von Liebig entwickelte Fünf-Kugel-Apparat eingearbeitet ist. Zudem gab Ramb Einblicke in die PR- und Social-Media-Kampagne, die neben einer Überarbeitung der Internetseite unter anderem vorsieht, dass sich Gießener Bürger mit einem Liebig-Plakat ablichten und erzählen, was sie mit dem einstigen Universitätsprofessor verbindet. "Dadurch wollen wir Fans generieren und eine Marke aufbauen", sagte Ramb.

Dieses Ziel verfolgt auch Prof. Eduard Alter, der Vorsitzende der für das Laboratorium verantwortlichen Liebig-Gesellschaft. "Es gibt eine unsichtbare Trennwand zwischen der Liebig-Gesellschaft und der Bevölkerung. Die muss aufgebrochen werden." Ein Mosaikstein wird eine 2,20 Meter große Holzstatue Liebigs sein, die vor dem Laboratorium aufgestellt werden soll. Außerdem verwies Alter auf das "Museum auf Achse", das ab dem 25. März auf dem Kirchenplatz stehen und die Besucher für Chemie begeistern soll. Alter betonte, dass die Kampagne für die Gesellschaft eine große Herausforderung sei: "Das ist ein finanzieller Kraftakt für uns."

Liebig bei Stadt- und Suppenfest

Auch Peter Neidel war in das Laboratorium gekommen. "Ich bin von der Idee begeistert", betonte der Bürgermeister und verriet, dass sich auch das Stadtmarketing an der Kampagne beteilige. So werde man das Thema bei "Sport in der City" präsentieren und auch das Stadtfest unter das Motto "Liebig lebt" stellen. Das Liebig-Suppenfest soll es in diesem Jahr ebenfalls wieder geben, zudem sollen in der Tourist-Info Liebig-Artikel verkauft werden.

Liebig wird 2020, 147 Jahre nach seinem Tod, also wiederbelebt. Oder, wie Marketing-Fachmann Ramb betonte: "Wir wollen Liebig emotional aufladen und in die Köpfe der Menschen bringen."

Kleine Programm-Auswahl aus dem Jubiläumsjahr

25. März bis 21 Juni: Wanderausstellung "Historischer Streifzug durch das chemische Labor" auf dem Kirchenplatz.

März bis Dezember 2020: Führungen ohne Experimente im Rahmen der Stadtführungen.

27. März, 17.30 Uhr: Festveranstaltung "100 Jahre Liebig-Museum" im Liebig-Laboratorium (nicht-öffentlich).

26. April, 9. Mai, 4. Oktober: Histotainment-Führung "Chloroform und Cocain - Liebigs Erben" (von der Tourist-Info).

April bis September 2020: Vortragsreihe im historischen Hörsaal des Laboratoriums.

Februar bis November 2020: Experimentalvorlesungen mit Rundgang durch Laboratorium im Rahmen der Stadtführungen.

14. bis 16. August: Stadtfest mit Motto "Liebig lebt! Gemeinsam zum Weltkulturerbe".

1. November: Liebig-Suppenfest.

Noch kein Termin: Öffentliche Veranstaltung zum 100. Geburtstag des Liebig-Museums im Hauptgebäude der Justus-Liebig-Universität (wegen Corona-Virus verschoben).

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