Ins Licht schauen

  • vonred Redaktion
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"Ich wünsche mir Corona weg." "Ich wünsche mir Hilfe für arme Kinder, genug Essen, genug Kleidung." "Ich wünsche allen Kindern viele und große Geschenke." Am Zaun vor der Thomaskirche leuchten 18 Adventskerzen. Dicke und dünne, große und kleine. Sie bestehen aus DinA5 Zetteln mit rotem Rand, immer ein paar zusammen. Mit einer leuchtend orange-rot-gelbe Flammen aus Pappe.

"Ich wünsche mir, dass Diskriminierung jeder Art endet." "Dämmerstille, Nebelfelder, schneedurchglänzte Einsamkeit, und ein wunderbarer weicher Weihnachtsfriede weit und breit."

Die Erzieherinnen der Kita "Thomasbande" hatten die Idee dazu. In die Briefkästen der Nachbarn warfen sie Zettel ein: "Malt Bilder und schreibt was zum Advent." Wir verteilten sie im Gottesdienst, in der Kita "Schatzinsel" und der Käthe-Kollwitz-Schule.

"Ich wünsche allen Gesundheit." "In der Adventszeit freu ich mich auf den Schnee, dass ich den Weihnachtsbaum schmücken kann und Zeit mit meiner Familie verbringe."

Wenn Menschen vorübergehen, schauen sie die Bilder an. Manchmal sehe ich sie von meinem Bürofenster aus. Es zaubert ihnen ein Lächeln ins Gesicht. Vielleicht lenkt es sie kurz ab. Von den Sorgen, die in diesem Jahr unsere Weihnachtswünsche schnell überlagern: Immer weiter steigende Coronazahlen. Fehlende Intensivbetten. Ab heute gilt in Sachsen der harte Lockdown. All das macht das Herz schwer und trübt die Vorfreude. Führt zu innerlichen Zerreißproben: "Wir können die Oma doch nicht alleine zu Hause lassen. Das wird ihr das Herz brechen." Wie kann es gelingen, im Herz einen Platz frei zu machen für Vorfreude und Hoffnung?

Vielleicht haben Sie Lust, heute eine Kerze anzuzünden. Und dann schauen Sie ins Licht. Lassen Ihr Herz weit werden. Mit all seiner Trauer, seiner Sehnsucht, seinen Wünschen. Wenn Sie mögen, bitten Sie Gott, dass er auch dazu kommt. Pfarrerin Astrid Prinz

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