Wort zum Sonntag

Licht der Hoffnung

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Heller denn je...", so lautet das Motto der diesjährigen Sternsingeraktion, die wie vieles in diesen Zeiten nicht oder lediglich anders als zuvor stattfinden kann. "Heller denn je" - dieses mutige Wort hat mich aufhorchen lassen, denn dahinter steckt ein fröhlicher Trotz, der mehr umfasst als das bloße Fortführen einer liebgewordenen Tradition.

In dieser für viele Menschen dunklen und schweren Zeit bringen die Sternsinger mit ihrer Botschaft einen ersehnten Lichtblick. Die Weisen aus dem Morgenland, Könige genannt oder auch Seher, folgen einem unbekannten Stern. Sie folgen ihrer Sehnsucht, dass irgendwo, fernab von ihrem Alltag, etwas ganz Neues leuchtet. Sie glauben fest daran, dass das unbekannte Licht alles verändern kann.

Für mich spiegelt die Botschaft vom göttlichen Licht die tiefe Sehnsucht nach dem Paradies wider. Wie schön wäre es, wenn alle Menschen auf dieser Erde in warmen Häusern sicher wohnen könnten. Wenn jedes Kind sich abends müde und satt niederlegen könnte, ohne Furcht vor Unruhen, Terror oder Gewalt. Wie unerträglich ist es zugleich, dass es bei allem Fortschritt auf dieser Erde nicht gelingt, dass alle Menschen über das verfügen, was sie so dringend zum Leben benötigen.

Bei aller Hoffnung auf den Impfstoff dürfen wir Menschen nicht vergessen, die auch schon ohne Corona unter Krankheiten leiden und kaum Zugang zu sauberem Wasser, geschweige denn einem guten Gesundheitssystem haben. Sie sind diejenigen, die das Licht der Hoffnung am dringendsten brauchen.

Sternsinger können wir alle sein. Wir alle können uns inspirieren lassen von der Idee, dass die Welt nicht so bleiben muss, wie sie ist: dass sie heller, besser, gerechter und friedlicher wird. Ich wünsche mir und allen Menschen für das Jahr 2021, dass das Licht der Hoffnung leuchtet, und zwar "heller denn je!".

Pfarrerin Barbara Lang Marienstiftsgemeinde Lich

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