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Gießen (mm). Es wird ernst im Stadttheater. Andächtig. Philosophisch. Religiös. Wenn sich am nächsten Samstag, 16. März, um 19.30 Uhr für Georg Friedrich Händels Frühwerk "La Resurrezione – die Auferstehung" im Großen Haus der Premierenvorhang hebt, beleuchten Regisseur Balázs Kovalik, Generalmusikdirektor Michael Hofstetter und Ausstatter Sebastian Ellrich die Frage, was dereinst von Karfreitag bis Ostern geschah. Den dramatischen Wettkampf zwischen Engeln und Luzifer um das christliche Auferstehungswunder verpflanzt das Regie-Team ins Hier und Jetzt.

Gießen (mm). Es wird ernst im Stadttheater. Andächtig. Philosophisch. Religiös. Wenn sich am nächsten Samstag, 16. März, um 19.30 Uhr für Georg Friedrich Händels Frühwerk "La Resurrezione – die Auferstehung" im Großen Haus der Premierenvorhang hebt, beleuchten Regisseur Balázs Kovalik, Generalmusikdirektor Michael Hofstetter und Ausstatter Sebastian Ellrich die Frage, was dereinst von Karfreitag bis Ostern geschah. Den dramatischen Wettkampf zwischen Engeln und Luzifer um das christliche Auferstehungswunder verpflanzt das Regie-Team ins Hier und Jetzt.

Händel war 23 Jahre jung, als er 1708 "La Resurrezione" in Italien als Oratorium schrieb. Er wollte darin religiöse und philosophische Fragen musikalisch aufarbeiten. Der Abstieg Jesu in die Welt der Toten ist ein Thema. Ebenso kommt die österliche Zeugin Maria Magdalena zu Wort.

Kovalik hat die Arien und Ensembles um einen Subtext ergänzt, damit er das Oratorium als Oper szenisch umsetzen kann. Sein Humor, für den er in Gießen bekannt ist, erscheint ihm dabei diesmal fehl am Platze. "Es geht um Tod und Trauer, um Verlust und Trost", sagte der Regisseur beim Pressegespräch.

Mit ihrer kritischen Befragung der biblischen Botschaft setzen Kovalik und Hofstetter ihre künstlerische Zusammenarbeit am Stadttheater fort. Nach "Ein Herbstmanöver", "Agrippina" und "Der misslungene Brautwechsel", allesamt originelle Interpretationen, begeben sich die beiden mit der "Auferstehung" auf den Pfad der christlichen Ostergeschichte. "Auf zwei Ebenen illustrieren wir die Höllenfahrt Jesu und die irdische Wirkung dieses Geschehens", betonte der Dirigent.

Weshalb auch eine Leiche auf der Bühne liegt, die fürs Krematorium vorbereitet wird. Kovalik will zeigen, was geschieht, wenn ein geliebter Mensch stirbt. Wie reagieren die Hinterbliebenen? Engel und Teufel schauen ebenso beim aufgebahrten Toten vorbei.

Als eine Reise aus der Dunkelheit ins Licht hat Ausstatter Ellrich sein irrgartenähnliches Bühnenbild gestaltet. Für den barocken Wohlklang, in dem der weiß gekleidete Engel in Dur und der schwarzen Nadelstreifenanzug tragende Teufel in Moll gehalten ist, zeichnet das Philharmonische Orchester Gießen verantwortlich.

In der Rolle des Angelo debütiert der erst 24-jährige Sopranist Samuel Mariño, den die Konzertbesucher bereits vom Mozart-Abend des vergangenen Oktobers kennen. Sopranistin Francesca Lombardi Mazzulli gibt die Maddalena, während Hausbariton Grga Peroš ein prächtiger Lucifero sein wird. Marie Seidler als Cleofe, Aco Bišcevic als Giovanni und Kyung Jae Moon als Corista runden das Sängerquintett ab. Weitere Vorstellungen folgen am 24. März, 12. April, 12. und 30. Mai, jeweils um 19.30 Uhr.

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