Lesungen zum Jahrestag der Bücherverbrennung

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Gießen (pm). Anlässlich des 85. Jahrestages der Bücherverbrennung in Gießen laden das Literarische Zentrum und die Universitätsbibliothek an diesem Dienstag, 8. Mai, ab 18.30 Uhr zu einer Erinnerungsveranstaltung mit Vorträgen und Lesungen im Zeitschriftenlesesaal (UB, erster Stock) ein. Elf Vertreter der Gießener Öffentlichkeit lesen aus Ernst Glaesers Roman "Jahrgang 1902".

Gießen (pm). Anlässlich des 85. Jahrestages der Bücherverbrennung in Gießen laden das Literarische Zentrum und die Universitätsbibliothek an diesem Dienstag, 8. Mai, ab 18.30 Uhr zu einer Erinnerungsveranstaltung mit Vorträgen und Lesungen im Zeitschriftenlesesaal (UB, erster Stock) ein. Elf Vertreter der Gießener Öffentlichkeit lesen aus Ernst Glaesers Roman "Jahrgang 1902".

Der Roman, ein Sensationserfolg in der späten Weimarer Republik, erschien in mehr als 20 Sprachen. Ernest Hemingway nannte das Werk, das ein radikales Porträt der "verlorenen Generation" im Ersten Weltkrieg und im Kaiserreich zeichnet, ein "verdammt gutes Buch".

Nach einer Einführung zu Glaeser durch Kirsten Prinz (Institut für Germanistik) wird Eva-Maria Felschow (Leiterin des Archivs der JLU) über Hintergründe und Verlauf der Gießener Bücherverbrennung berichten. Frank-Tilo Becher (Evangelisches Dekanat Gießen), Michael Breitbach (Kanzler a.D. der JLU), Björn Gauges (Kulturredaktion Gießener Anzeiger), Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (Stadt Gießen), Monika Graulich (Stadträtin), Claus Leggewie (Carl-Ludwig-Börne Professur der JLU), Simone Maiwald (Kulturamt Gießen), Cathérine Miville (Intendantin des Stadttheaters), Joybrato Mukherjee (Präsident der JLU) und Max Rempel (Chefredakteur Gießener Allgemeine Zeitung) werden jeweils eine Viertelstunde aus "Jahrgang 1902" lesen. Auch eine kleine Ausstellung zu den historischen Ereignissen rund um die Bücherverbrennung in Gießen und in Deutschland kann besichtigt werden.

Autor emigriert 1933

Am 3. Mai 1933 riefen Rektor, Kanzler und Studentenschaftsführer der Gießener Universität zur "öffentlichen Verbrennung zersetzenden Schrifttums" auf. Am 8. Mai 1933 fand in Gießen eine der ersten Bücherverbrennungen der NS-Diktatur statt.

Ernst Glaeser, 1902 in Butzbach geboren, entschied sich bereits im Dezember 1933 zur Emigration. Später distanzierte er sich angesichts der hoffnungslosen Lage im Widerstand gegen die NS-Diktatur und der Kritik an seinen Exilwerken jedoch zunehmend von der antifaschistischen deutschen Emigration. Er kehrte 1939 zurück, publizierte – eingeschränkt und unter Zensurvorbehalt – wieder, konnte aber nicht mehr an die Erfolge vor 1933 anknüpfen.

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