Anette-Daugardt-Uwe-Neum_4c
+
Anette-Daugardt-Uwe-Neum_4c

Lesevergnügen in den Marktlauben

  • Karola Schepp
    VonKarola Schepp
    schließen

Die Reihe »Eine(r) liest« kann in diesem doch wenig kulturfreundlichen Corona-Jahr stattfinden. Wie, wann und wo stellten nun Organisator Uwe Lischper und Annette Eidmann vom Kulturamt vor.

Die gute Nachricht zuerst: Die Gießener müssen auch in diesem von Corona bestimmten Jahr nicht auf die beliebten sonntagvormittäglichen Lesungen in der »Eine(r) liest«-Reihe verzichten. Dass es dabei allerdings - trotz der in der Regel in gut durchlüfteten offenen Marktlauben angebotenen Veranstaltungen - ein paar den Umständen geschuldete Auflagen geben wird, das machten nun Organisator Uwe Lischper und Annette Eidmann vom unterstützenden Kulturamt deutlich.

Los geht die Reihe am Sonntag, 1. August, mit Schauspieler, Musiker und Regisseur Christian Lugerth, der unter dem Titel »»Draußen geht’s…« an Wolfgang Borchert zu dessen 100. Geburtstag erinnern wird. Geboren im Mai 1921 in Hamburg starb der durch Kriegsverletzungen körperlich geschädigte Borchert 1947 mit nur 26 Jahren an den Folgen einer Lebererkrankung - tragischerweise war sein Todestag ein Tag vor der Premiere der Theateraufführung seines Romans »Draußen vor der Tür«.

Schon zwei Wochen später folgt am Sonntag, 15. August, ein Blick in die »Matratzengruft«. Das Berliner Schauspielerpaar Anette Daugardt und Uwe Neumann, dem Gießener Publikum von Lischpers Krimifestival-Lesungen bestens bekannt, bietet eine szenische Collage von Berichten über und mit Texten von Heinrich Heine. Der musste endlose neun Jahre vor seinem Tod 1856 bettlägerig in seiner Pariser »Matratzengruft« zubringen.

Junge Autorinnen lesen ihre Texte

Am Sonntag, 29. August, präsentiert die junge Gießener Autorin Lina Thiede unter dem Titel »Eine Rhapsodie« eigene Kurzgeschichten. Thiede, geboren 1996 und aufgewachsen in Gießen, hatte mit ihren Texten bereits bei Wettbewerben wie dem OVAG-Jugendliteraturpreis sowie dem Jungen Literaturforum Hessen-Thüringen Erfolg. Erst kürzlich wurde ihre Kurzgeschichte »Eine Rhapsodie« mit dem hr2-Literaturpreis ausgezeichnet. Diese Geschichte erzählt von einer weihnachtlichen Familienzusammenkunft unter Corona-Bedingungen. 2020 erschien ihre erste Printpublikation, der dystopische Roman »Homo Femininus«.

Junge Literaturtalente sind auch am Sonntag, 12. September, unter dem Slogan »Jung, flott, frisch…« zu erleben. Die Gewinnerinnen des OVAG-Jugendliteraturpreises 2020 präsentieren ihre Texte: Katharina Clauss beleuchtet in ihrer Erzählung »Vier Reiter« die Themen Umweltverschmutzung, Fremdenfeindlichkeit, Tod und Stress. Patrizia Krug erzählt in »Die Seelenschlüssel« eine dramatische Familiengeschichte und Lilli Weiskopf nimmt ihre Leser mit ihrer Erzählung »Mitte 20« mit auf eine realistische Reise durchs Nachtleben.

Am Sonntag, 19. September, folgt eine Lesung als »Spaziergang durch Gießen« mit Marc Schäfer und Norbert Schmidt. Die beiden Journalisten der Gießener Allgemeinen Zeitung - der erste aktuell Leiter der Stadtredaktion, der andere ehemaliger Leiter der Kreisredaktion - haben mit dem im Mai dieses Jahres erschienenen Buch »Gießen zu Fuß« eine Hommage an die mittelhessische Metropole geschrieben, aus dem sie Auszüge präsentieren werden.

Mit einer Lesung der Gießener Autorin, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapeutin Gertraud Evers aus ihrem skurrilen Wien-Krimi »Frau im Fluss« endet am Sonntag, 3. Oktober, die Lesereihe im Alten Schloss.

Alle Informationen zum Programm findet man auf www.einerliest.de.

Autorin-Gertraud-Evers_1_4c
fuss_150721_4c_1

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare