Das Mathematikum an der Ecke Bahnhof-/Liebigstraße ist ein Besuchermagnet. FOTO: SCHEPP
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Das Mathematikum an der Ecke Bahnhof-/Liebigstraße ist ein Besuchermagnet. FOTO: SCHEPP

Von Leonardo zu Bosc

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Gießen(bf). Noch gleicht das Mathematikum einer Baustelle: Seit Montag werden Wände neu gestrichen, Exponate überarbeitet und gründlich geputzt. Das Museum wird regelmäßig zum Jahresanfang auf Vordermann gebracht. Und das nicht ohne Grund. Denn mit über 100 000 Besuchern hat das vergangene Jahr die ein oder andere Gebrauchsspur hinterlassen.

Am Samstag öffnen dann nach fünftägiger Renovierung wieder die Türen für junge und alte Besucher. Unter dem Motto "Pay-what-you-want" verzichtet das Museum an diesem Tag auf ein festes Eintrittsgeld. Stattdessen entscheiden die Besucher am Ende selbst, was ihnen der Besuch im Mathematikum wert war.

Für Museums-Initiator Prof. Albrecht Beutelspacher war 2019 erneut ein erfolgreiches Jahr. Mit rund 120 000 Besucher sei das Mathematikum "nach wie vor ein Besuchermagnet". Im November begrüßte das Mitmach-Museum seinen 2 222 222. Besucher seit der Gründung. Trotz des heißen Sommers konnte sogar ein Besucherplus verzeichnet werden. Ein weiterer Grund zum Feiern war das zehnte Jubiläum des "Mini-Mathematikums", das Drei- bis Achtjährigen mathematische Themen näher bringt.

Da-Vinci-Schau verlängert

Auf besonders großes Interesse stieß 2019 die Sonderausstellung "Leonardo im Mathematikum". Die Jahresausstelung zu Ehren des italienischen Künstlers und Wissenschaftlers widmete sich den Zeichnungen und Skizzen da Vincis und machte es den Besuchern möglich, diese selbst nachzubauen. Aufgrund des starken Interesses entschied sich das Museum für eine Verlängerung der Ausstellung bis August. Außerdem sollen am 29. März bei einem "Leonardo-Tag" Experimente hinzukommen. Neben der Leonardo- Ausstellung stellte Beutelspacher für 2020 auch eine neue Kunstausstellung vor. In der Vernissage "Jean Bosc - Hier stimmt doch was nicht" beschäftigt sich das Mathematikum erstmals mit den Werken des französischen Karikaturisten. Boscs Zeichnungen, die in zahlreichen französischen und auch deutschen Zeitungen veröffentlicht wurden, widmen sich zumeist dem Irrsinn des Alltags, der Ehe oder des Krieges. Für die Ausstellung reiste Beutelspacher im Dezember eigens nach Südfrankreich zum Neffen Boscs, der seinen Nachlass verwaltet. Zusammengekommen sind 60 Originale, die die Besucher dazu anregen sollen, Kunst mit dem mathematischen Blick zu betrachten. Start am 8. April (bis 7. Juni).

Mitte dieses Jahres widmet sich das Museum dann dem Thema "Geheimnisse" Brauchen wir Geheimnisse? Kann eine Gesellschaft ohne Geheimnisse auskommen? Was weiß Google über mich, und wie sieht es eigentlich mit der Überwachung aus? All das können die Besucher ab September in der Ausstellung "Geheim" für sich beantworten. Mit zahlreichen Experimenten und Ausstellungen bietet das Jahresprogramm also auch in 2020 wieder viel Gelegenheit zum Tüfteln.

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