Derzeit können Radler die Alicenstraße wegen der Baustelle durchgehend befahren. Das soll grundsätzlich möglich werden, so ein Vorschlag der Koalition aus SPD, CDU und Grünen. FOTO: SCHEPP
+
Derzeit können Radler die Alicenstraße wegen der Baustelle durchgehend befahren. Das soll grundsätzlich möglich werden, so ein Vorschlag der Koalition aus SPD, CDU und Grünen. FOTO: SCHEPP

Stadtverkehr

Leichter radeln entlang der Wieseck in Gießen

  • Karen Werner
    vonKaren Werner
    schließen

Es soll weiter vorangehen mit Verbesserungen für den Radverkehr in Gießen. Können Zweiradler bald die Alicenstraße an der Wieseck über die Frankfurter Straße hinweg befahren?

Grüne Radler-Pfeile für Rechtsabbieger, eigene Spuren über den Marktplatz und das durchgängige Befahren der Alicenstraße: Die Regierung aus SPD, CDU und Grünen will das Radfahren in Gießen weiter erleichtern. Eine Reihe von Prüfanträgen an das Stadtparlament erinnert größtenteils an Vorhaben, die seit Jahren in den Schubladen schlummern. Dass einige davon noch in diesem Jahr umgesetzt werden sollen, hat Bürgermeister Peter Neidel (CDU) bereits angekündigt.

Dazu gehört eine Radspur in der Grünberger Straße zwischen Licher Gabel und Ludwigsplatz. Zur Idee, einen Teil der Neuen Bäue zur Fahrradstraße machen, nennt ein Antrag weitere Details, etwa die Sperrung der Schulstraße für Autos oder eine Trennung von Bus- und Radverkehr auf dem Marktplatz.

Als weiterer Teil der Radroute entlang der Wieseck rückt die Alicenstraße in den Fokus. Sie soll für Radfahrer durchgehend befahrbar werden, wie sie es derzeit wegen der Baustelle Elefantenklo ist. Möglich machen könnte das eine Verlegung der etwas weiter oben installierten Fußgängerampel über die Frankfurter Straße an diese Kreuzung. Wie so etwas aussehen könnte, ist an der Ostanlage nahe den Gerichtsgebäuden zu besichtigen.

Schon im Radverkehrsentwicklungsplan von 2010 ist die Route Alicenstraße als Ziel genannt. In einer Pressemitteilung reklamiert die CDU-Fraktion diesen Vorschlag nun für sich. Er sei vor einiger Zeit aus dem "Gießener Ideenforum" der Union hervorgegangen, schreibt der Fraktionsvorsitzende Klaus Peter Möller.

Mit begrenztem Aufwand könne man an dieser Stelle "eine wichtige Radwegeverbindung schaffen". Sie sei eine sinnvolle Alternative zu eigenen Radspuren auf dem Anlagenring. Darüber würden, so Möller, "ideologische Debatten" geführt. Aus Sicht der CDU dürfe der Kfz-Verkehrsfluss nicht zu stark beeinträchtigt werden. Für zusätzlich Radspuren sei der Anlagenring zu schmal.

Möller plädiert zudem für eine stufenfreie Verbindung zwischen Bahnhofstraße und Lahn entlang der Wieseck. Daran tüftelt die Stadt seit Jahren. Man habe bisher keine Lösung gefunden, erklärten die Experten kürzlich bei der Einweihung der Fahrradstraßen. Für den Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) Gießen kommentiert Jan Fleischhauer auf GAZ-Anfrage eine durchgehende Alicenstraße so: "Natürlich freut uns jede kleine Verbesserung, wenn denn schon der große Wurf im Bereich Elefantenklo und Anlagenring nicht kommt."

Wie berichtet, wird ein Stück Wieseck-Route schon bald am Berliner Platz entstehen. Die Querung in Höhe der Löberstraße soll ohne Ampel auskommen. Der ADFC sowie der Verkehrsclub Deutschland (VCD) halten es allerdings für "völlig praxisfern", dass nur Radfahrer, aber nicht Fußgänger die geplante Mittelinsel nutzen sollen.

ADFC und VCD kritisieren Details

Ganz neu ist der "Grüne Pfeil", der ausschließlich Radlern das Rechtsabbiegen bei Ampel-Rotlicht erlaubt. Erst seit April dürfen Städte solche Schilder anbringen. Die Koalition schlägt eine Überprüfung für 17 Stellen im Stadtgebiet vor, darunter das Einbiegen vom Berliner Platz in die Ostanlage, vier Einmündungen der Frankfurter Straße (Friedrichstraße, Klinik--, Wetzlarer und Lahnstraße) und die Ecke Marburger/Sudetenlandstraße, Der Grüne Pfeil "würde den Fahrradverkehr deutlich beschleunigen und könnte die Zahl der Unfälle mit Lkw reduzieren", heißt es in der Begründung.

Auch eine Bürgerfrage ans Stadtparlament befasst sich mit dem Radverkehr. Ein Gießener bemängelt Gefahren beim Einfädeln aus Richtung Robert-Sommer-Straße in die neue Radspur in der Frankfurter Straße. Der VCD sieht dort - wie berichtet - ebenfalls Nachbesserungsbedarf.

Über alle Vorlagen wird am Montag (22. Juni) im Hauptausschuss und dann am 2. Juli in der Stadtverordnetenversammlung abgestimmt und eventuell debattiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare