Im Wald am Schiffenberg sprießt gerade an vielen Stellen der Bärlauch aus dem Boden. Mit dem Wildgemüse lassen sich viele leckere Gerichte zubereiten - zum Beispiel Pesto. FOTO: SEG
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Im Wald am Schiffenberg sprießt gerade an vielen Stellen der Bärlauch aus dem Boden. Mit dem Wildgemüse lassen sich viele leckere Gerichte zubereiten - zum Beispiel Pesto. FOTO: SEG

Lecker, aber auch gefährlich

  • vonSebastian Schmidt
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Gießen(seg). Wenn man zurzeit den Wald am Schiffenberg betritt, kann man es riechen. Ein leicht schwefeliger Geruch liegt in der Luft. Er erinnert an Knoblauch. Man kann es aber auch sehen. Menschen, die mit Messern und Tüten bewaffnet in gebückter Haltung abseits des Weges durch den Wald gehen und grüne Blätter abschneiden. Die Bärlauch-Saison hat begonnen.

Anfang März fangen die Blätter des "Waldknoblauchs" an, aus dem Boden zu sprießen und können dann von Mitte März bis Mitte Mai geerntet werden. Je älter er ist, desto weniger aromatisch soll er aber sein. Das Sammeln der Blätter ist außerhalb von Naturschutzgebieten erlaubt, aber nur für den Eigenbedarf.

Erkennt man eine Bärlauch-Pflanze, ist die Chance groß, dass sich viele weitere in direkter Umgebung befinden. Der Bärlauch bildet grüne Teppiche im Wald, die kaum zu übersehen sind.

Gefährliche Doppelgänger

Am besten schneidet man mit einem scharfen Messer die Blätter möglichst nahe beim Stielansatz ab. Durch Abrupfen könnte man die Pflanze sonst beschädigen, sodass sie sich nicht mehr regenerieren könnte. Das Gleiche gilt, wenn man zu viele Blätter abschneidet. Deswegen nie mehr als zwei Blätter pro Pflanze abnehmen.

Wichtig ist, sich vorher ausführlich zu informieren, mit welchen Pflanzen man ihn verwechseln kann. Maiglöckchen, Herbstzeitlose und der junge Gefleckte Aronstab sehen teilweise ähnlich aus. Verwechslungen führen in Deutschland immer wieder zu Vergiftungen, die sogar tödlich enden können. Wenn man sich also nicht sicher ist, besser stehen lassen. Das rät auch das Bundesinstitut für Risikobewertung. Bärlauch könnte man eigentlich ganz einfach an seinem Geruch erkennen. Wenn man aber bereits mehrere Blätter in den Händen zerrieben hat, riechen die Finger nach den ätherischen Ölen aus der Pflanze und es wird schwieriger, den Geruch weiterer Blätter zu beurteilen.

Wie bei allen Pflanzen und Pilzen aus dem Wald besteht auch hier die Gefahr, dass sie mit den Eiern des Fuchsbandwurms verunreinigt sind. Der NABU erklärt, dass die Eier durch Abkochen sterben. Einfrieren können sie aber überleben.

Ist einem das alles zu heikel, findet man ihn gerade aber auch im Supermarkt.

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