Das geht ins Kreuz: Ein Amphibienschutzzaun wird aufgebaut. FOTO: KVK
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Das geht ins Kreuz: Ein Amphibienschutzzaun wird aufgebaut. FOTO: KVK

Lebensrettende Eimer-Fallen

Gießen(kvk). Zwischen Kleinlinden und Dutenhofen vergruben Naturschützer am Samstag Eimer im Boden. An der Wetzlarer Straße wurde ein Krötenzaun errichtet.

Bereits seit über 20 Jahren helfen Monika Schütz, Christoph Wilhelm und Oliver Tschirschnitz vom Naturschutzbund, Amphibien ihre Laichgewässer zu erreichen. Der Zaun an der Wetzlarer Straße ist nicht der einzige im Raum Gießen. Er besteht aus einem engmaschigen Netz, das stramm zwischen Erdankern gespannt wird. Das glatte Material hindere die Tiere am Überqueren der Straße, so Schütz. Stattdessen fielen sie in die alle 15 Meter ebenerdig vergrabenen Eimer und würden morgens von den Ehrenamtlichen eingesammelt und zur anderen Seite gebracht. Dort gäbe es spezielle Unterführungen, die unter den Bahngleisen zu einem Teich führten. Jährlich werden laut Wilhelm etwa 500 bis 600 Tieren allein an dieser Stelle gerettet. Am Parkplatz Hoppenstein fänden sich vor allem Erdkröten. Andernorts würden sich zu ihnen auch Grasfrösche und Molche gesellen. Um Kleinsäuger vor dem Tod in den Eimern zu bewahren, dienen Äste als Ausstieghilfe.

Schütz ergänzte, dass für die Amphibien nicht nur die Gefahr des Überfahrenwerdens groß sei. Sie könnten aufgrund des Drucks durch schnell vorbeifahrende Autos platzen. Zudem seien sie durch eingeschleppte Pilzerkrankungen bedroht. "Wir müssen die bestehende Population so gut wie möglich schützen", sagte die Ehrenamtliche. Nur so würden Nachkommen gesichert. Die Udersbergstraße bei Rödgen wird jedes Frühjahr nachts gesperrt.

Wer beim Aufbau der Zäune helfen will, darf sich gerne auf nabu-giessenstadt.de informieren und anmelden.

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