Unter anderem am Brandplatz können Autobesitzer am kommenden Freitagnachmittag nicht parken. FOTO: SCHEPP
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Unter anderem am Brandplatz können Autobesitzer am kommenden Freitagnachmittag nicht parken. FOTO: SCHEPP

Leben statt parken

  • Karen Werner
    vonKaren Werner
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Gießen(kw). In den vergangenen Jahren hat die Gießener Greenpeace-Gruppe zum globalen "Parking Day" eine Handvoll Parkplätze in der Innenstadt zur Umweltschutz-Aktionszone umgewandelt. Am kommenden Freitagnachmittag (18. September) besetzen rund 20 Initiativen den gesamten Bereich rund um Brand- und Lindenplatz. Außerdem ist eine Demonstration gegen die Abholzung des Dannenröder Forstes im Zuge des Weiterbaus der Autobahn 49 geplant. Angemeldet sind bis zu 300 Teilnehmer.

Für Passanten und Anwohner

Wie viele wirklich mitmachen, sei indes offen, erklärt Lione Stienecke von Greenpeace im GAZ-Gespräch. Denn die Verkehrswende-Aktivisten wollen ausdrücklich Passanten und Anwohner ansprechen. "Unser Ziel ist es nicht, Menschen zu verärgern" - dies haben die Initiatoren in einem Schreiben an Anlieger klargestellt. Sie sollten den Nachmittag "als Experiment sehen" und ihre autofreie Umgebung möglichst genießen. Gefordert werde nicht der dauerhafte Wegfall sämtlicher Parkplätze in der Innenstadt, sondern mehr "Aufenthaltsqualität". Davon profitiere letztlich auch der Innenstadthandel.

Schätzungsweise 100 Parkplätze sind von 13 bis 20 Uhr nicht nutzbar - im Wesentlichen jene, die auch mittwochs und samstags zum Wochenmarkt für Autofahrer gesperrt sind. Darüber hinaus sollen einige Stellplätze an der Neuen Bäue und Walltorstraße vorübergehend in "lebensfreundliche Orte" verwandelt werden. Die Demo der A49-Gegner beginnt um 17 Uhr am Landgraf-Philipp-Platz. Der Busverkehr soll diesmal nicht beeinträchtigt werden.

Der globale Aktionstag will "auf die Notwendigkeit von mehr urbanem Freiraum aufmerksam machen" sowie "einen kritischen Diskurs darüber entfachen, wie öffentlicher Raum zugeteilt wird". In Gießen gibt es ein Bühnenprogramm mit Musik und Reden, Spiele, eine Fahrrad-Reparaturstation, Kunst und viele Informationen. Organisiert wird alles von einem breiten Bündnis von Fridays for Future über die Foodsharing-Initiative und den Weltladen bis zur Arbeitsloseninitiative und dem Verein Lebenswertes Gießen. Auch die Stadt Gießen ist vertreten mit einem Info-Stand der Stabsstelle Klimamanagement. Wer das kulinarische Angebot während des Aktionstags wahrnehmen will, sollte Geschirr und Becher mitbringen.

Die Veranstalter appellieren an Innenstadtbesucher von außerhalb, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu kommen. Bürgermeister Peter Neidel (CDU) verweist auf Nachfrage dieser Zeitung auf die Parkhäuser oder den Parkplatz an der Ringallee als Ausweichmöglichkeiten.

Die Verkehrswende-Initiativen planen weiterhin etwa alle drei Monate öffentliche Aktionen, sagt Lione Stienecke.

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