Landkreis "entsetzt" über Geburtstagsfeier

  • Marc Schäfer
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Gießen(mac). In einer ungewöhnlichen Mitteilung hat der Landkreis am Dienstag "Unverständnis" über die private Geburtstagsfeier geäußert, bei der sich Ende September in einem Gießener Restaurant mehr als 20 Personen mit dem Coronavirus infiziert haben. Dazu wählte die Behörde drastische Worte. "Der Verwaltungsstab ist entsetzt über das Verhalten einer Geburtstagsgesellschaft, das zum jüngsten Corona-Ausbruch nach einer Feier in einem Gießener Restaurant führte", hieß es in der Mitteilung, die die unpassende Überschrift "Heute wird getanzt, gesungen und gelacht" trug. Das Hygienekonzept des Gastronomiebetreibers sei vom Gesundheitsamt für gut befunden worden, hieß es weiter, das Verhalten der Gäste in Sachen Hygienevorschriften stoße allerdings "auf Unverständnis seitens des Landkreises". Durch die Befragung der Teilnehmer im Rahmen der Kontaktermittlungen durch das Gesundheitsamt habe sich ein gutes Bild über den Hergang der Feier zeichnen lassen. "Geburtstagslieder, Umarmungen und sogar Küsschen - alles eigentlich Normalität bei einer fröhlichen Feier. Dass dies nicht für diese Zeiten gilt, zeigen die Auswirkungen. Nahezu der gesamte Teilnehmerkreis ist an Corona erkrankt", schreibt der Landkreis.

"Wir können nur an die Selbstverantwortung der Bürger appellieren. Halten Sie in jedem Fall die AHA-Regeln ein: Abstand, Hygiene, Alltagsmasken", so lässt sich Udo Liebich, Büroleiter von Landrätin Anita Schneider, in der Mitteilung zitieren. Im Folgenden weist er darauf hin, dass der Abstand "im Übrigen auch während Gratulationen" gelte und rät im Wortlaut: "Wer auf Geburtstagslieder nicht gänzlich verzichten möchte, für den hat das Gesundheitsamt den Tipp, dies entweder draußen mit viel Abstand zu tun oder es mal mit Summen zu versuchen."

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