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Die Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen.

Polizeiarbeit

Land stockt Personal bei Polizei in Gießen auf

  • Kays Al-Khanak
    VonKays Al-Khanak
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Aufgrund der Zunahme der Polizei-Einsätze in der Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete in Gießen wird das Polizei-Personal aufgestockt.

Gießen – Mittlerweile hat sich die öffentliche Aufregung um die Zunahme von Polizeieinsätzen in der Erstaufnahmeeinrichtung (EAEH) in Gießen gelegt. Doch wie Polizeisprecher Jörg Reinemer bestätigt, bleibt die Zahl der Einsätze »gleichbleibend auf einem hohen Niveau«. Dem Hessischen Innenministerium ist die Situation bekannt, teilt ein Behördensprecher auf Anfrage mit. Mittel gegen die Belastung seien unter anderem die personelle Aufstockung und die Berücksichtigung bei den Stellenzuweisungen.

Im April hatten sich fünf Polizisten der für die EAEH zu-ständigen Station Nord an die Öffentlichkeit gewandt. Hintergrund war die Verdopplung der Einsätze in der Geflüchtetenunterkunft an der Rödgener Straße innerhalb eines Jahres: War die Polizei 2019 451-mal vor Ort, musste sie ein Jahr später 905-mal ausrücken. Der Hilferuf löste ein großes, nicht nur mediales Echo aus. Verantwortlich für die Zunahme sind nach Aussage des zuständigen Regierungspräsidiums Gießen weniger als 100 der 2000 Menschen, die in der EAEH leben. Auch die übrigen Bewohnerinnen und Bewohner leiden unter diesen zum Teil polizeierfahrenen Störern.

Polizei in Gießen bekommt zusätzliches Personal

Eine Polizeimeldung verdeutlicht dies: Zwei Asylbewerber aus den Maghreb Staaten hätten mit viel Alkohol im Blut am Mittwochabend Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes bedroht, weil diese ihnen Alkohol wegnehmen wollten. Die alarmierte Polizei stieß laut Pressemitteilung zufällig auf einen Rucksack, der unter anderem beiden Männern zugeordnet werden konnte. Darin hätten sich Parfum- und Kleidungsartikel im Wert von etwa 1000 Euro befunden. Offenbar stammten die Konsumartikel aus Ladendiebstählen aus dem Bereich der Gießener Innenstadt.

In Wiesbaden ist die Belastung der Gießener Polizistinnen und Polizisten bekannt. Wie ein Sprecher des Innenministeriums auf Anfrage mitteilt, stünde die Behörde regelmäßig mit den Verantwortlichen des Polizeipräsidiums Mittelhessen in Kontakt. Dies habe »bereits zu einer personellen Aufstockung und Berücksichtigung bei den Stellenzuweisungen geführt«. So sei beispielsweise im Briefermittlungszentrum eine eigene sachbearbeitende Organisationseinheit geschaffen worden, für die das Polizeipräsidium Mittelhessen aus den Sicherheitspaketen fünf zusätzliche Polizeivollzugsstellen erhalten sowie zehn Verwaltungsstellen zugesprochen bekommen habe. Um die personellen Vakanzen bis zur Einstellung dieser Beschäftigten schließen zu können, werde das Polizeipräsidium seit Ende März von zehn Mitgliedern der Bereitschaftspolizei unterstützt. Hinzu kommen laut Innenministerium vier weitere Stellen aus dem Bereich der Wachpolizei.

Bereitschaftspolizei soll in GIeßen unterstützen

Bei herausragenden Lagen werde das Präsidium von der Bereitschaftspolizei oder anderen Dienststellen des Landes unterstützt. Laut Innenministerium verfügt das Polizeipräsidium Mittelhessen »aktuell über ausreichend Personal, um seinen Aufgaben zum Schutz der Bevölkerung und Bekämpfung von Kriminalität vollumfänglich und jederzeit nachzukommen«.(khn)

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