Bauarbeiten

Lahnstraße: Brückenarbeiten in Gießen im Zeitplan

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Bis zum Sommer sollen die Bauarbeiten in der aktuell gesperrten Lahnstraße in Gießen abgeschlossen sein. Die Behelfsbrücke steht bereits. Doch der schwerste Teil steht noch an.

64 Jahre hatte sie auf dem Buckel, jetzt wurde sie dem Erdboden gleichgemacht. Die Eisenbahnbrücke in der Lahnstraße steht nicht mehr. Das ist eine gute Nachricht, denn das Mauerwerk war durch die tausenden Züge marode geworden. Die zweite gute Nachricht: Die Arbeiten für den Bau der neuen Brücke liegen im Zeitplan, wie Michael Möll von der Deutschen Bahn betont. "So wie es aussieht, werden wir pünktlich zum Sommer fertig sein."

Schon im Vorfeld hatte die Baumaßnahme für Schlagzeilen gesorgt. Für ein ganzes Jahr musste die Lahnstraße gesperrt und der Verkehr über die Frankfurter Straße umgeleitet werden. Auch, weil die Stadt den notwendig gewordenen Abriss zum Anlass genommen hatte, sich mit der Bahn auf eine Verbreiterung der Unterführung von 4,5 auf 11 Meter sowie eine Erhöhung der Durchfahrt zu verständigen. Dies soll nicht nur Begegnungsverkehr, sondern auch das Durchfahren von Bussen ermöglichen.

Interessante Funde

Damit im Sommer tatsächlich die ersten Fahrzeuge unter der ersten Brücke hindurch fahren können – die zweite Brücke wird im Anschluss erneuert –, muss aber noch einiges passieren. "Aktuell werden die Aussteifungsträger eingebaut. Außerdem hebt die beauftragte Firma die Erde bis zur Sohle der neuen Brücke aus", sagt Möll. Der Bahn-Mitarbeiter ist gespannt, was dabei zutage gefördert wird. Denn der Baugrund hat den Arbeitern immer wieder Probleme bereitet. Beim Einbringen der Spunddielen zum Beispiel sei man auf mehrere Hindernisse gestoßen. "Wir haben alte Holzschwellen in der Erde gefunden. Mal sehen, was noch so alles auftaucht." Sicher sei, dass im Untergrund jede Menge Rohre und Leitungen verliefen, die von den Arbeitern mit einer speziellen Konstruktion gesichert werden müssten. Wenn der Untergrund dann ausreichend vorbereitet sei, werde ein Gutachter die Arbeiten in Augenschein nehmen und die Tragfähigkeit überprüfen, sagt Möll.

Anschließend wird das Fundament für die Widerlager verlegt. Wenn der dabei verwendete Beton ausgehärtet ist, steht im Frühsommer der buchstäblich schwerste Brocken an: Der von einer Firma nahe der polnischen Grenze gefertigte Überbau wird per Schwerlasttransport an die Lahn gebracht und in die Brückenkonstruktion eingehoben. "Im Anschluss folgen Schotter, Schienen und Schwellen. "Danach sollte der Bahnverkehr wieder laufen", sagt Möll. Und der Straßenverkehr ebenfalls.

Allerdings liegt das nicht mehr im Aufgabengebiet der Bahn. Denn für die Planung und Wiederherstellung der Straße ist laut Möll die Stadt Gießen zuständig.

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