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Längere Wartezeiten im Klinikum durch Flüchtlinge

Gießen (kw). Wer als Notfallpatient in Gießener Krankenhäuser oder zum ärztlichen Notdienst kommt, muss häufig länger warten als früher. Unter den Patienten sind viele Bewohner der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge.

Deren Andrang sei zwar gesunken, seit es direkt in der HEAE medizinische Anlaufstellen gibt. Doch »ein deutliches Mehr an zu behandelnden Menschen verlängert teilweise die Prozesse in unserem Hause«: Das schreibt Frank Steibli, Sprecher des Universitätsklinikums Gießen und Marburg, in einer Stellungnahme auf GAZ-Anfrage.

Zu Beginn der anschwellenden Flüchtlingswelle seien in der Klinikum-Notaufnahme in Gießen pro Nacht etwa 20 bis 30 Hilfesuchende aus der Erstaufnahme behandelt worden. Nach Einrichtung von »Medical Points« liege die Zahl gegenwärtig bei durchschnittlich 15 Patienten pro Nacht, die von den Ärzten in der HEAE weiterverwiesen werden. Das Klinikum sei »gut vorbereitet auf solche Situationen« und wolle alle Menschen »bestmöglich versorgen, unabhängig von ihrer Herkunft«, so Steibli. »Es sind besondere Zeiten, die besondere Anstrengungen erfordern und nicht mit der bekannten Routine erledigt werden können.«

Auch im ärztlichen Notdienst sei die Zahl der Flüchtlinge gesunken, seit in der HEAE Ärzte und Sanitäter vor Ort sind. Das sagte Dr. Klaus Dieter Greilich, Arzt und Stadtverordneter, bei der jüngsten Sitzung des städtischen Beirats für die Belange von Menschen mit Behinderung. Die Gesundheitskarte für Asylbewerber könnte weitere Erleichterungen bringen, was den bürokratischen Aufwand rund um die Behandlung betrifft.

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