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Die Momentaufnahme aus der Innenstadt zeigt, dass am Montag sehr wenige Gießener mit Mundschutz unterwegs waren; das dürfte sich bald ändern.FOTO: SCHEPP

Ladenöffnung

Ladenöffnung in Gießen: Erste Bilanz nach Corona-Pause

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Die meisten Läden sind wieder offen, am Montag waren bis zum Abend rund 11 000 Menschen im Seltersweg unterwegs. Das Ordnungsamt hat mit Blick auf das Coronavirus kontrolliert.

Es ist eine Gratwanderung: Auf der einen Seite braucht der stationäre Einzelhandel dringend Umsatz. Auf der anderen Seite ist eine überfüllte Innenstadt, in der pro Stunde bis zu 1400 Menschen unterwegs sind, ein Einfalltor für das Corona-Virus. Umso wichtiger ist es, dass die Bürger Hygiene- und Sicherheitsvorgaben beachten. Und das haben sie am Montag und am Dienstag laut Bürgermeister Peter Neidel größtenteils getan.

Gießen: Keine Verwarnungen

"Verwarnungen wurden vom Ordnungsamt nicht ausgesprochen", betont der Ordnungsdezernent und schickt gleich ein Lob für die Geschäftsleute und Verkäufer hinterher. Der Großteil habe Masken getragen, zudem hätten die Verantwortlichen viele kreative Ideen umgesetzt, um den Kontakt so gering wie möglich zu halten. "Zum Beispiel durch ›Einbahnstraßen‹ in den Läden oder Chips, die beim Eingang verteilt wurden, um die Kundenströme zu kontrollieren."

Auch das Publikum auf dem Seltersweg habe sich "überwiegend vernünftig" verhalten, meint Bürgermeister Neidel. Dass die Vorgabe, wonach man Eis erst 50 Meter von der Eisdiele entfernt essen darf, nicht immer strikt eingehalten wurde, hält der Leiter der Ordnungsbehörde für verkraftbar. "Wenn es im Weggehen gegessen wird, ist das im Sinne der Verordnung und meiner Meinung nach nicht zu beanstanden."

Das Fazit des Bürgermeisters fällt aber nicht uneingeschränkt positiv aus. "Es ist leider immer noch so, dass einige zu sorglos sind und Kontakte zu eng gepflegt werden." Neidel macht keinen Hehl daraus, dass er die Besucherströme mit Sorge betrachtet. Zumal in den nächsten Tagen noch weitere große Geschäfte wie H&M, TK Maxx, Modepark Röther sowie C&A öffnen werden und somit weitere Menschen in die Fußgängerzone locken. Hinzu kommt die positive Wetterprognose, die womöglich viele weitere Menschen ins Freie treibt.

Gießen: Neidel begrüßt Maskenpflicht

"Der große Betrieb bringt natürlich Gefahren mit sich. Man wird sehen, wie sich die Infektionszahlen entwickeln. Es besteht die Gefahr, dass sie wieder nach oben gehen." Dann könnte es mit der schrittweisen Lockerungen schnell vorbei sein, mahnt Neidel. "Daher sehe ich es auch als größte Aufgabe an, die bestehenden Regelungen durchzusetzen."

Der Bürgermeister begrüßt daher auch die am Dienstag beschlossene Einführung von Schutzmasken. "Ich finde es konsequent, dass man in Bussen und Bahnen sowie in Geschäften, also dort, wo sich viele Menschen begegnen und eine erhöhte Ansteckungsgefahr besteht, eine Pflicht einführt." Vor zwei Wochen hätte er darüber wohl noch anders gedacht, räumt Neidel ein, schließlich galt der Mundschutz als Mangelware. Inzwischen gebe es aber viele Menschen, die Masken selber nähen. Außerdem würden sie auch in der Stadt verkauft. "Daher müsste jeder in der Lage sein, sich zu schützen."

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