morus_140721_4c
+
Andreas Eikenroth (r.) und Ludwig Metjé nehmen das Publikum mit auf eine lyrisch-musikalische Reise.

La Paloma ohe!

  • VonRedaktion
    schließen

Gießen (pm). Man kann wohl sagen, dass die Katholiken »einen ganz besonderen Draht nach oben« haben oder irgendjemandem »da oben« das gefällt, was der Förderverein der Kulturkirche St. Thomas Morus im Rahmen seiner »Sommerkulturkirche« auf die Beine gestellt hat, ganz besonders. Jedenfalls öffnete sich just in der Zeit zwischen 16 und 17 Uhr ein Zeitfenster, in dem es trocken blieb und hin und wieder sogar die Sonne durch die dichte Wolkendecke drang.

Erst zum Ende des Konzerts setzte wieder leichter Regen ein. Die gewünschte Zugabe fiel dem nicht zum Opfer und auch die Stimmung beschrieb Akkordeonspieler Ludwig Metjé hinterher als äußerst ausgelassen und sehr entspannt.

Die rund 40 Gäste, die trotz unklarer Wetterprognose am Sonntagnachmittag zum Konzert unter freien Himmel auf den Vorplatz der Moruskirche gekommen waren, wurden nicht enttäuscht. Sie verteilten sich unter den 26 Platanen auf dem Platz. Die boten Schutz und gleichzeitig ausreichend coronakonformen Abstand.

Andreas Eikenroth und Ludwig Metjé nahmen das Publikum mit auf eine lyrisch-musikalische Reise von Altona raus aufs Meer, in fremde Länder und an ferne Gestade und wieder zurück nach St. Pauli. Eikenroth schmetterte die bekannten Seemannslieder wie »Nimm mich mit Kapitän auf die Reise«, »Ein Schiff wird kommen« oder »Junge, komm bald wieder« als säße man live in einer Hamburger Hafenkneipe. Zwischendurch zitierte er mit großer Verve Gedichtspassagen zum Nachdenken und Schmunzeln, von Mascha Kaléko bis Joachim Ringelnatz’ Seemann Kuttel Daddeldu. Metjé begleitete zart und einfühlsam aber niemals aufdringlich mit dem Akkordeon sowohl die lyrischen Passagen Eikenroths als auch dessen Gesang, mal behutsam, mal rhythmisch akzentuierter oder auch mal solistisch. Zwischendurch ergänzte Metjé, der auch ausgebildeter Chorist im Theaterchor ist, mit zweiter Stimme den Gesang.

Das Publikum bedankte sich mit anhaltenden und wiederholtem Applaus und ging - die Gassenhauer noch im Ohr - vergnügt nach Hause.

Anmelden zur Open Stage

Die Sommerkulturkirche geht weiter. Am Freitag, 16. Juli, bietet die »Open Stage« ab 19 Uhr Gelegenheit für jeden, der Bühnenluft schnuppern möchte, sich zu präsentieren. Künstler-Anmeldungen unter openstage@morusfreunde.de. Alles ist möglich: von Musik, Jonglage, Poesie und Tanz. Weiteren Termine und Anmeldungen findet man unter sommer.morusfreunde.de. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Die Sommerkulturkirche wird gefördert durch das Open-Air-Programm »Ins Freie!« des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und der Gemeinnützigen Stiftung der Sparkasse.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare