Weil die Bitzenstraße in Lützellinden für die Sanierung als "verkehrswichtig" eingestuft wurde, fallen dort Tempo-30-Zonen weg. Ab sofort gilt dort durchgehend Tempo 50. FOTO: EP
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Weil die Bitzenstraße in Lützellinden für die Sanierung als "verkehrswichtig" eingestuft wurde, fallen dort Tempo-30-Zonen weg. Ab sofort gilt dort durchgehend Tempo 50. FOTO: EP

Zu kurz gekommen?

  • vonDagmar Hinterlang
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Gießen-Lützellinden(hin). Haushalt und Regionalplan waren Themen bei der Sitzung des Ortsbeirats Lützellinden am Donnerstagabend. Die Mitglieder der Bürgerinitiative "Lützellinden sagt NEIN!" können immer noch kaum fassen, dass ihre Forderungen auf so fruchtbaren Boden gefallen sind und die Stadt das Großgewerbegebiet nicht weiter verfolgen will. Um nun die Aussagen der Stadtparlamentarier zu untermauern, beantragten Bürgerliste, CDU, SPD und Sebastian Heye für Bündnis 90/Die Grünen die Herausnahme der Gewerbe- und Industriefläche Lützellinden aus dem Regionalplan 2020 für Mittelhessen. Darüber hinaus fordern sie die Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses zum Bebauungsplan "Gewerbepark Lützellinden" und eine Änderung des Flächennutzungsplans.

Carsten Zörb (CDU) hob hervor, dass Lützellinden im Haushaltsplanentwurf der Stadt Gießen wieder einmal zu kurz gekommen sei. Michael Borke (SPD) fand, dass Lützellinden bei den Investitionen nicht sichtbar sei. Um dies zu ändern, lagen acht Haushaltsänderungsanträge vor. SPD und CDU forderten Mittel für die Aufstellung von Buswartehäuschen an den Haltestellen Kirche und Langer Strich (60 000 Euro) sowie Mittel für die Erweiterung der U3-Betreuung im Familienzentrum "Wilde 13" (100 000 Euro).

Die Freibadschließung in diesem Jahr hatte im Ort für Empörung gesorgt. Damit das Bad im kommenden Jahr coronagerecht wieder geöffnet werden kann, müssten laut SPD und CDU bauliche Anpassungen vorgenommen werden (100 000 Euro). Sebastian Heye (Bündnisgrüne) hielt dagegen. Die Probleme seien durch Beton nicht zu lösen, meinte er. Weitere Forderungen waren Mittel für den Lückenschluss des Radwegs zwischen Rechtenbacher Hohl und Ortseingang (200 000 Euro) und die Aufstellung von "Blitzern" an den Ortseingängen (100 000 Euro). Letzteres sei polizeilich nicht genehmigt worden. Es liege also nicht am fehlenden Willen des Magistrats, betonte Bürgermeister Peter Neidel.

Bei der Sanierung der Bitzenstraße war die Einstufung als verkehrswichtige Straße erfolgt, um hohe Landeszuschüsse ausschöpfen zu können. Das habe aber dazu geführt, dass frühere Tempo-30-Bereiche nun mit 50 km/h ausgewiesen werden. "Sehr ärgerlich, aber leider nicht zu ändern", kommentierte Ortsvorsteher Markus Sames.

Enttäuscht und ärgerlich zeigte sich ein Bürger aus dem Baugebiet "Im Sporn". Statt Einfamilienhäusern seien dort Doppelhäuser entstanden, und die Parkplatzsituation sei katastrophal. Beim Verkehrstag am 17. November soll dies in Augenschein genommen werden.

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