Zum Abschluss des hessenweiten Warnstreiks der Beschäftigten im öffentlichen Dienst fuhr in Gießen ein Traktor durch die Kundgebung.
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Zum Abschluss des hessenweiten Warnstreiks der Beschäftigten im öffentlichen Dienst fuhr in Gießen ein Traktor durch die Kundgebung.

Kirchplatz

Kundgebung mitten in Gießen: Darum ging es den rund 200 Streikenden

  • Daniel Beise
    VonDaniel Beise
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Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes in Hessen naht die zweite Verhandlungsrunde. Etliche Betroffene machten am Dienstag in Gießen ihre Forderungen klar.

Gießen – »Gute Arbeit, gute Leute, gutes Geld – das gehört zusammen!« Für diese eindringliche Aussage erhielt Jürgen Bothner, Landesbezirksleiter bei Verdi Hessen, am Dienstag (12.10.2021) mit den lautesten Jubel der rund 200 Streikenden auf dem Gießener Kirchplatz. Vor der zweiten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt am Donnerstag und Freitag hatte die Gewerkschaft hessenweit zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst aufgerufen, um den Druck auf die Landesregierung zu erhöhen, wie sie schreibt.

Gestreikt haben Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der Industriegewerkschaft Bauen Agrar Umwelt (IG BAU), der Gewerkschaft der Polizei (GdP) sowie des Beamtenbundes und der Tarifunion. Sie fordern fünf Prozent mehr Lohn für die circa 45 000 Landesbeschäftigten, mindestens aber 175 Euro. Außerdem 100 Euro mehr für Auszubildende. Das lehnt CDU-Innenminister Peter Beuth ab, bislang liegt kein Gegenangebot vom Land vor.

Streik in Gießen: „Forderungen, die in die Zeit passen“

Vor dem Hintergrund der Pandemie sowie aktueller Preissteigerungen seien das »Forderungen, die in die Zeit passen«, sagte Michael Schmitt von der IG BAU in Gießen.

Eine andere Forderung wurde hier jedoch häufiger und markanter betont: die Ausweitung unbefristeter Arbeitsverhältnisse im Hochschulbereich »Das ist inzwischen eine Situation, die kaum noch zu beschreiben ist«, unterstrich Bothner. Risiken würden auf Beschäftigte abgewälzt und soziale Verantwortung abgelegt.

Drei junge Menschen sprachen denn auch stellvertretend für wissenschaftliche Mitarbeiter, studentische Hilfskräfte sowie Lehrkräfte.

Streik in Gießen: „Ohne uns wäre Hochschule undenkbar“

Die neue stellvertretende GEW-Landesvorsitzende, Dr. Simone Claar, bekräftigte: Das »Befristung-Unwesen« müsse eingedämmt werden. »Ohne uns wäre Hochschule undenkbar«, betonte ein AStA-Referent die Forderungen nach Tarifverträgen für Hilfskräfte. Diese würde immerhin ein Drittel aller Beschäftigen an Hochschulen ausmachen.

Darüber hinaus fordern die Gewerkschaften klarere Regelungen im Bereich Homeoffice und mobiles Arbeiten.

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