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Peter (l.) und Edith Milla (r.) und das Team vom "City-Friseur" sind gut auf den Neustart vorbereitet. FOTO: JRI

Frisöre

Was Kunden und 90 Friseure in Gießen nach Corona-Pause heute beachten müssen

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Ab heute dürfen die rund 90 Gießener Friseure endlich wieder Haare schneiden. Doch es gelten hohe Hygienevorgaben. Das "Team Milla" hat den Neustart intensiv geprobt.

Gießen(jri). Alle Gießener, deren Haarpracht zuletzt außer Form geraten ist, können aufatmen: Ab heute dürfen die rund 90 Friseure im Stadtgebiet wieder öffnen. Die Corona-Auflagen zum Neustart der Branche sind allerdings streng. Haare müssen vor dem Schneiden im Salon gewaschen werden, Mund-Nasenschutz ist für Friseure und Kunden Pflicht, es gibt keine Zeitschriften und Getränke mehr, behandelt wird nur nach Terminvergabe, und es gibt weitere Vorgaben.

Friseure nach Corona-Pause in Gießen: Neues Handwaschbecken eingebaut

Peter und Edith Milla vom "City-Friseur Team Milla" in der Südanlage haben am Samstag mit ihren drei Angestellten das Arbeiten unter den neuen Bedingungen intensiv geprobt. Die Millas ergreifen ergänzend zu den Auflagen der Berufsgenossenschaft und des Friseur-Zentralverbandes weitere Maßnahmen, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren und trotzdem den Friseurbesuch so angenehm wie möglich zu gestalten: Jeder Kunde wird am Eingang von den Angestellten empfangen und erhält einen frischen Mundschutz. Dieser wird mit einem Extra-Band gesichert, damit der Schutz beim Waschen und Schneiden der Haare nicht abrutscht. Direkt neben dem Eingang hat Peter Milla - der seit 37 Jahren als Friseur arbeitet und Fachbereichsleiter und Dozent bei der Innung war - ein neues Handwaschbecken einbauen lassen. Darin waschen sich die Kunden die Hände. Kunden- Handys werden in Folie gepackt, die den Gebrauch der Geräte weiter ermöglicht, "denn wenn die Kunden nach dem Händewaschen ihre Handys ungeschützt weiter anfassen, war das Waschen umsonst", erklärt Peter Milla.

Die Behandlungsplätze werden nach jedem Kunden mit heißem Dampfreiniger (über 80 Grad Celsius) steril gemacht. Werkzeuge wie Kamm und Schere werden in heißer Seifenlösung desinfiziert.

"Unsere Kunden müssen die Sicherheit haben, dass sie vom Friseur kein Corona mit nach Hause tragen. Und wir als Friseure brauchen die Sicherheit, dass wir von unseren Kunden das Virus nicht bekommen", erklärt Peter Milla.

Friseure nach Corona-Pause in Gießen: Tablets statt

Als Service statt Zeitschriften bieten die Millas wasserdicht in Folie eingeschweißte Tablets an, auf denen die Kunden im Internet surfen können. Nach jeder Benutzung werden die Tablets ebenfalls mit heißer Seifenlauge desinfiziert. "Kundinnen, die Haare färben lassen, sind rund zwei Stunden im Salon, da ist ein Tablet ein guter Zeitvertreib", sagt Edith Milla. Zusätzlich zum Preis für den Haarschnitt erheben die Millas nun 2,50 Euro "Hygienebeitrag".

Der Andrang ist seit Tagen hoch, das Telefon klingelt oft - und zwar bei allen Friseuren in Gießen. "In den nächsten zweieinhalb Wochen sind wir ausgebucht", sagen Edith und Peter Milla. Sie freuen sich, dass es wieder losgeht. Die Wochen des Wartens seien frustrierend gewesen. Einen Tag Schonfrist haben sie aber noch: Wie bei vielen anderen Friseuren auch, ist bei Millas montags Ruhetag. Am Dienstag ab 9 Uhr heißt es dann: Ran an Kamm und Schere.

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