Durch die Hygienevorschriften sind Konzerte, wie hier ein Kammerkonzert im Stadttheater, nur unter strengen Auflagen möglich. Viele Musiker sind dadurch in ihrer Existenz gefährdet. FOTO: WEGST
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Durch die Hygienevorschriften sind Konzerte, wie hier ein Kammerkonzert im Stadttheater, nur unter strengen Auflagen möglich. Viele Musiker sind dadurch in ihrer Existenz gefährdet. FOTO: WEGST

Kulturveranstalter mahnen: "Wir sehen Rot"

  • Karola Schepp
    vonKarola Schepp
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Gießen(pm/gl). In mehr als 250 deutschen Städten springt in der Nacht von Montag, 22. Juni, auf Dienstag, 23. Juni, das Licht an zahlreichen Gebäuden auf die Farbe Rot. Die bundesweite Aktion "Night of Light" will auf die Nöte und Existenzsorgen der gesamten Veranstaltungswirtschaft während der Corona-Krise aufmerksam machen. Event Locations, Spielstätten, Firmengebäude und andere Bauwerke werden von Veranstaltungstechnikfirmen mit rotem Licht als Mahnmale illuminiert. Auch in Mittelhessen vereint die Aktion Betroffene aus allen Bereichen der Veranstaltungswirtschaft: Veranstaltungstechniker, Location-Betreiber, Moderatoren, Künstler, Veranstalter, Caterer, Gastronomen und viele mehr. Sie wollen zeigen: Wir sehen rot.

In Gießen springt das Licht rund um den Berliner Platz auf Rot: Die Kongresshalle, das Stadttheater sowie das Kinopolis wirken bei der Aktion mit und setzen ein Zeichen.

Das Stadttheater nutzt den Abend gleichermaßen für eine weitere Veranstaltung: Zeitgleich gibt es im Rahmen von "Night of Light" 1:1-Konzerte. In der Kassenhalle spielen Musiker des Philharmonischen Orchesters spezielle Mini-Konzerte im 1:1-Format. Mit diesem Format werden sie am Montag ab 20 Uhr die Atmosphäre des illuminierten Theaters für reale, intime Konzerterlebnisse nutzen, die den Corona-Schutzmaßnahmen Rechnung tragen und die starken Einschränkungen, denen Kulturschaffende unterliegen, verdeutlichen. In der Kassenhalle des Stadttheaters kommen Zuhörer jeweils einzeln in den Genuss eines musikalischen Kurzbeitrags von rund zehn Minuten.

Es musizieren abwechselnd Gowoon Baek und Vera Krauss (Geige), Torsten Oehler (Cello), Kirsten Mehring (Flöte) sowie Kurt Förster und Alexander Schmidt-Ries (Posaune). Die Konzerte sind kostenlos, Konzertbesucher können jedoch über freiwillige Spenden einen Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft leisten; und diese Einnahmen fließen in den Nothilfefonds der Deutschen Orchesterstiftung, die mit den Geldern Musiker unterstützt, die coronabedingt existenziell bedroht sind. Die beteiligten Gießener Musiker verzichten auf eine Gage, als kleines Dankeschön für ihr ehrenamtliches Engagement verdoppelt das Stadttheater die eingehenden Spenden.

Mit der Beteiligung an diesen zwei bundesweiten Aktionen machen Musiker und Theater auf die dramatische Lage rund um Konzerte sowie die darniederliegende Veranstaltungsbranche aufmerksam. Die Illumination der Gebäude ist ein Hilferuf an die Politik zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft, die auf der "Roten Liste" der aussterbenden Branchen steht und weitere 100 Tage Lockdown nicht überstehen würde, sodass Hunderttausende Arbeitsplätze gefährdet sind.

Fotowettbewerb zur Burg Gleiberg

Pyrotechnix und Lasertechnix aus Pohlheim sorgen zudem für eine Licht- und Laserinstallation am Hotel Steinsgarten. Im "Ritzi’s" in der Ludwigstraße springt die Beleuchtung ebenfalls auf Rot. Auch Burg Gleiberg wird in rotes Licht getaucht. Interessierte sind aufgefordert, "SG Events & Medien" ein Foto aus ihrer Perspektive auf Burg Gleiberg zu senden - unter allen eingesandten Fotos werden Eintrittskarten und Merchandise-Produkte von "Gleiberg rocks" verlost. Fotos bis zum 26. Juni an: info@sg-veranstaltungen.de. Die rote Beleuchtung wird an den meisten Orten von 21.30 bis 1 Uhr nachts zu sehen sein.

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