Kulturstiftung entscheidet über Förderanträge

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Gießen(pm). Auch unter den Restriktionen der Corona-Pandemie ist die Gießener Kulturstiftung handlungsfähig. Denn 1998 haben ihre Gründungsväter - fast möchte man sagen, in weiser Voraussicht - in die Stiftungsverfassung geschrieben, dass der Stiftungsrat, der über die Vergabe der Fördermittel entscheidet, Beschlüsse auch durch schriftliche Stimmabgabe im Umlaufverfahren fassen kann. Das kam jetzt, in der Corona-Pandemie, den aktuellen Antragstellern aus der Gießener Kulturszene zustatten: Obwohl die langfristig für Anfang Juni terminierte Sitzung des Stiftungsrates, in der die Förderanträge beraten und beschieden werden sollten, wegen der Corona-Einschränkungen nicht stattfinden konnte, haben die Stiftungsratsmitglieder auf Vorschlag des Vorstandes im Umlaufverfahren über die eingegangenen Anträge entschieden. Dank einer großzügigen Spende aus der heimischen Wirtschaft sah sich die Stiftung in der Lage, nach sorgfältiger Prüfung allen Antragstellern die erbetenen Fördermittel in voller Höhe, also zu 100 Prozent, zu bewilligen.

Angesichts der seit Jahren anhaltenden Niedrigzinsphase an den Kapitalmärkten ist das mit Blick auf die bescheidenen Erträgnisse aus dem Stiftungsvermögen - und nur die dürfen ausgeschüttet werden - zweifellos eine "Kraftanstrengung" der Stiftung. Aber Stiftungsrat und Stiftungsvorstand waren sich einig, dass in der coronabedingten schwierigen Lage gerade für kleine Gruppen von Kulturschaffenden wie auch für einzeln agierende Künstler eine Unterstützung ihrer Projekte wichtig ist. Sollte sich allerdings - was wohl zu erwarten ist - die Verzinsung von Kapitalanlagen kurz- und mittelfristig nicht wesentlich verbessern, werden nach der diesjährigen Ausschüttung im kommenden Jahr die Fördermöglichkeiten der Gießener Kulturstiftung stark eingeschränkt sein.

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