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Auch das Stadtfest ist abgesagt. Auch für viele Musiker eine Katastrophe. FOTO: ARCHIV/EP

Kultur-Hilfsfond gefordert

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Gießen(pm). Behzad Borhani (Landesarbeitsgemeinschaft Kultur Grüne Hessen) und Joachim Grußdorf (Sprecher für Bildung und Kultur der Grünen-Fraktion im Stadtparlament) fordern einen Kultur-Hilfsfond der Stadt.

Die Kulturbranche war die erste, die schließen musste und wird die letzte sein, die wieder einer Normalität zugeführt wird. Die Frage sei, welche Theater, Spielstätten oder Auftraggeber dann noch existent seien? Neben Künstlern seien Veranstalter, Caterer, Ton- und Lichttechniker, Bühnenbauer und Promoter, Werbeagenturen, Hoteliers oder Gastronomen gleichermaßen von den Ausfällen betroffen.

Die Stadt Gießen, die sich auch als Kulturstadt verstehe, "muss in dieser Krise denen beistehen, die zur Identität dieser Stadt beitragen", fordern die Grünen. Corona-Soforthilfen des Landes und des Bundes seien nicht für Lebensunterhaltungskosten von Freiberuflern und Solo-Selbständigen beantragbar, die nun keine Einnahmen mehr hätten.

Daher haben einige Städte eigene Kultur-Hilfsprogramme aufgelegt. Die Kulturstadt Gießen könnte hier nachziehen mit einem Kultur-Hilfsfonds, der die Lücke in Teilen schließt. Dieses Paket sollte nach Meinung der Unterzeichner die Zahlung von Ausfallhonoraren von mindestens 60 Prozent (analog zum Kurzarbeitergeld) bei ausgefallenen städtischen Veranstaltungen umfassen. Bei den Geschäftsführungen der Beteiligungsgesellschaften, die eigene Veranstaltungen durchführen, allen voran Stadttheater Gießen GmbH, Gießen Marketing, aber auch Stadthallen GmbH sei auf ähnliche Regelungen hinzuwirken.

Es sollte zudem selbstverständlich sein, dass die Kontinuitätsförderung der Kultureinrichtungen in voller eingeplanter Höhe trotz geschlossener Häuser weiter erfolgt. Auch die Förderung von kulturellen Projekten, die für das erste Halbjahr eingeplantwurden, sollte weitestgehend erfolgen. Die Bewilligung veränderter Projekte sollte großzügig und noch vor der Genehmigung des Haushaltes erfolgen." Der Anteil des städtischen Zuschusses könne bei vorgezogenen Abschlagszahlungen 50 Prozent übersteigen. Bei Projekten, die nicht mehr oder nur teilweise stattfinden können, sollten alle unvermeidbaren Kosten als zuwendungsfähig anerkannt werden. Insgesamt sollten einzelne Punkte der städtischen Förderungsrichtlinien für Kulturprojekte kurzfristig außer Kraft gesetzt werden. So sollte generell eine Festbetragsfinanzierung erfolgen. Auch die Schaffung von Nothilfefonds (aus Mitteln des Kulturamts und als außerplanmäßige Ausgabe im städtischen Haushalt) müsse erwogen werden, der in Einzelfällen für zusätzliche existenzsichernde Maßnahmen genutzt werden könnte.

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