Kultfigur im "Monumentalbau"

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Natürlich ist den Gießenern ihr Schlammbeiser heilig. Dass er in voller Montur ausgerechnet in einer Kirche aufschlägt, bleibt aber die Ausnahme. Am Sonntagnachmittag darf er das, zum "Tag des offenen Denkmals" in der Johanneskirche. Axel Pfeffer alias "der Schlammbeiser" hat nämlich Redebedarf. Es geht um seine Johanneskirche.

Natürlich ist den Gießenern ihr Schlammbeiser heilig. Dass er in voller Montur ausgerechnet in einer Kirche aufschlägt, bleibt aber die Ausnahme. Am Sonntagnachmittag darf er das, zum "Tag des offenen Denkmals" in der Johanneskirche. Axel Pfeffer alias "der Schlammbeiser" hat nämlich Redebedarf. Es geht um seine Johanneskirche.

Doch bevor die persönliche Verbindung zwischen Kultfigur und Gotteshaus geklärt wird, stellt sich die Frage nach der Zuständigkeit. Die Kirche stehe in seinem "Reinigungsgebiet", erklärt Pfeffer zu Beginn des Vortrags. Und betrachte man es historisch, gelte das ja sowieso. Schließlich sei Gießen einst wie folgt zu lokalisieren gewesen: "Auf der einen Seite die Lahn, auf der anderen die Wieseck – und dazwischen die ganze Stadt."

Dass die Kirche an der Südanlage steht, habe so indirekt auch mit dem Verlauf der Wieseck zu tun. 1891 wurde der Bau begonnen, nach zwei Jahren Arbeit war der neue "Mittelpunkt der Stadt" errichtet. All das weiß der Schlammbeiser freilich nur aus Geschichten. Hautnah habe er als "Kind der 40er Jahre" indes erlebt, wie in der Nachkriegszeit "ein Kirchenstreit" durch seine Familie und im Prinzip "durch ganz Gießen ging". "Damals war die Lukaskirche meine Heimatkirche", bekennt Pfeffer. "Die einen gingen eben in die Lukaskirche, die anderen in die Johanneskirche." Soll heißen: Die Verbindung zwischen dem Schlammbeiser und seiner Johanneskirche war nicht immer so eng wie jetzt. Heute ist sie freilich sehr eng, und seit dem Abschluss der Innensanierung, für die sich Pfeffer auch finanziell engagiert hat, ist sie sogar noch ein bisschen enger. "Das Ganze ist wunderbar gelungen", jubelt Pfeffer, dass "seine" Kirche als "richtiger Monumentalbau" in neuer Pracht erstrahlt.

Na ja, und sollte unter den Anhängern und Liebhabern der Gießener Kirchen irgendeine Konkurrenz überdauert haben, vermeidet der Schlammbeiser hier selbstredend jede Parteinahme. Von Berufs wegen. So viel hält er in seinem Vortrag allerdings fest: Die Johanneskirche sei nicht nur "die musikalischste", sondern mit ihrem 72 Meter hohen Kirchturm auch die größte. "Die Bonifatiuskirche hat nur 70 Meter."

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